04:58 27 März 2017
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    Robert Ford

    Ex-US-Botschafter erklärt seinen Rücktritt mit Obamas ineffizienter Politik

    © AFP 2017/ Karen Bleier
    Politik
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    Der frühere US-Botschafter in Syrien, Robert Ford, hat erklärt, dass er wegen der Nahost-Politik der Obama-Administration zurückgetreten ist. Darüber schreibt das Magazin „Washington Examiner“.

    „Der Grund für meinen Rücktritt liegt darin, dass ich die Politik der Administration nicht mehr verteidigen kann“, sagte der einstige US-Botschafter in einem Interview. Er konstatierte dreimal, dass „die Politik Obamas nicht funktioniert“.

    Robert Ford hatte sofort seinen Abschied eingereicht, als Barack Obama den Plan für die Ausbildung syrischer Oppositioneller gebilligt hatte. Das 500-Millionen-Dollar-Programm wurde letzte Woche geschlossen, nachdem es als ineffizient eingeschätzt worden war.

    Es wird betont, dass einige Waffenarten, die aus den USA nach Syrien geschickt wurden, in die Hände der Al-Qaida-Kämpfer und sonstiger islamistischer Gruppierungen geraten seien.

    Sollte der Konflikt nicht gestoppt werden, werde sich Europa, so Ford, mit der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltgrieg konfrontiert sehen, die Opferzahl unter den Syrern könnte 400.000 Menschen erreichen.

    In den fünf Jahren des Krieges haben laut dem Blatt vier Millionen Syrer ihr Heimatland verlassen. Viele europäische Länder können mit dem Migrantenzustrom nicht fertigwerden und treten für einen Konflikt-Stopp ein.

    Der frühere US-Botschafter in Syrien glaubt, dass Syrien derzeit eine neue Regierung brauche, die „dem Extremismus ein Ende bereiten und das Land bei internationaler Unterstützung wiederaufbauen wird“. „So kann nicht nur der Strom der Flüchtlinge gestoppt werden, sondern viele können überzeugt werden, in das Land zurückzukehren“, so Ford.

    Robert Ford war vier Jahre lang US-Botschafter in Syrien. Von 2006 bis 2008 diente er als Botschafter in Algerien.

    Seit März 2011 dauert in Syrien ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 220.000 Menschenleben gefordert hat. Den Regierungstruppen stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören.

    Die bedeutendsten dieser Gruppierungen sind die Terrororganisation Islamischer Staat, die am 29. Juni 2014 ein „islamisches Kalifat“ in den von ihr kontrollierten Territorien ausgerufen hatte, und die Rebellengruppe Dschabhat al-Nusra.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Nahost-Politik, Al-Qaida, Robert Ford, Barack Obama, Russland, Syrien, USA