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    EU-Russland: Realpolitik muss her – Experte

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    Als „Realpolitik“ charakterisiert Eugen Neuber, Mitglied im Verein der Berliner Freunde der Völker Russlands e.V, den Aufruf von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu einer Entspannung in der Beziehung zu Russland. Man brauche eine vernünftige Gesprächsbasis in den Beziehungen, betont er.

    „Eine Grundvoraussetzung für eine Verhandlungsführung, die zu Ergebnissen führt, ist, dass man gegenseitig Respekt zum Ausdruck bringt. Die allererste Voraussetzung besteht darin, dass man Fakten anerkennt und nicht in Verhandlungen dem Anderen einen Bären aufbindet“, kommentiert Eugen Neuber den Vorschlag Junckers zu einer Entspannung in den EU-Russland-Beziehungen. Ihm zufolge solle man vor allem auf gemeinsame Interessen achten. „Putin hat in seiner Rede in der UNO darauf hingewiesen, dass es gemeinsame Interessen gibt, sowohl von Russland, als auch den um Syrien herumgelegenen Staaten, als auch der EU und den USA, die unsäglichen Kämpfe in Syrien zu beenden, und zwar zurückzudrängen und Frieden zu schaffen durch gemeinsame Aktionen gegen den IS“, so Neuber im Interview für Sputniknews.

    „Es gibt auch unter den deutschen Ministern einige, die zumindest aus deutschem Interesse es für erforderlich halten, mit Russland zu kooperieren, um die Risiken, also dem Strom von Flüchtlingen aus Syrien, durch Klärung der Lage in Syrien zu beenden. Und Russland bemüht sich darum“, sagt er. Die Vielzahl von Problemen der Menschheit sei heute nur auf der Basis einer unopolaren Sichtweise nicht mehr lösbar.

    „Sowohl als auch“ statt „entweder-oder“

    Deutschland und Russland brauchen einander, ist sich Neuber sicher. „Aus meiner Sicht waren die kommerziellen Beziehungen eine stabile Grundlage für die Entwicklung, die Stärke und die Zuverlässigkeit der politischen Beziehungen. Für viele Firmen aus Deutschland hat es eine langfristige gute Zusammenarbeit mit Russland gegeben“, fügt er hinzu.

    Russland brauche Deutschland und Deutschland brauche Russland. Russland sei eine stabile Basis für den Rohstoffbedarf, für einen riesigen Bedarf an Modernisierungstechnik. Deutschland habe einen riesigen aufnahmefähigen Markt für seine Verarbeitungsindustrie. „Das sind die objektiven gegenseitigen Interessen“, meint Neuber. „Aber natürlich werden objektive Interessen immer von konkreten Menschen umgesetzt. Und diese Menschen setzten die Interessen nicht immer so um, wie es im Interesse der Völker ist“, sagt er.

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    Terrormiliz Daesh, Uno, EU, Jean-Claude Juncker, Syrien, Deutschland, USA, Russland