04:57 27 März 2017
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    Obama: Unterstützung der syrischen Rebellen durch USA von Anfang an fragwürdig

    © AP Photo/ Carolyn Kaster
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    In einem Interview für den US-Fernsehkanal CBS, räumte der Präsident der Vereinigten Staaten ein, dass er von Anfang an der Effektivität einer aus syrischen Rebellen bestehenden Proxy-Armee gezweifelt hatte.

    Zuvor war berichtet worden, dass die Administration von US-Präsident Barack Obama das Ausbildungsprogramm für die sogenannte moderate syrische Opposition, deren Mitglieder vielen Berichten zufolge oft desertieren und auf die Seite der Terrororganisation IS überwechseln, schließt.

    In dem Interview erwähnte der renommierte CBS-Journalist Steve Kroft, dass Obama eine halbe Milliarde Dollar vom Kongress bekommen habe, damit 5.000 Mitglieder der „gemäßigten“ syrischen Opposition trainiert und ausgerüstet werden. Neulich habe der Befehlshaber des US-Zentralkommandos jedoch mitgeteilt, dass nur rund 50 Personen übriggeblieben sind, von denen die meisten tot oder desertiert seien, betonte Kroft.

    „Steve, ich bin von Anfang an skeptisch zu der Idee gewesen, dass wir eine Proxy-Armee in Syrien aufstellen wollen. Mein Ziel war es zu prüfen, ob wir in der Lage wären, eine gemäßigte Opposition, die bereit ist, gegen IS zu kämpfen, zu trainieren und auszurüsten. Im Endeffekt haben wir daraus gelernt, dass, solange Assad an der Macht bleibt, es sehr schwer sein wird, die Aufmerksamkeit dieser Jungs auf den IS zu lenken“, antwortete Obama. 

    Auf die Frage, wieso die USA diese Idee nicht gleich fallengelassen haben, antwortete der US-Staatschef, dass es wichtig gewesen sei, „verschiedene Dinge auszuprobieren“.

    Zuvor hatte der US-Verteidigungsminister Ashton Carter erklärt, dass die USA das Programm der Ausbildung syrischer Rebellen, die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen, revidieren könnten. Der „New York Times“ zufolge war das Ausbildungsprogramm, für das bis zu 500 Millionen Dollar bereitgestellt werden sollten, gescheitert. Laut einem Bericht des US-Zentralkommandos seien von den 5.000 Menschen nur rund 50 Personen übriggeblieben, von denen die meisten tot oder desertiert seien.

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    Tags:
    Opposition, Freie Syrische Armee, Baschar al-Assad, Barack Obama, Syrien, USA