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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Russlands Präsident Wladimir Putin befürchtet, dass die Waffen, die von den USA an die Freie Syrische Armee geliefert werden, in die Hände der Terroristen des Islamischen Staats gelangen könnten.

    „Wir werden mit Nachdruck daran arbeiten, dass die Bemühungen im Kampf gegen die internationalen Terroristen gemeinsam geführt werden und das Resultat eindeutig und berechenbar ist“, sagte Putin während des Investorenforums „Russland ruft“ am Dienstag in Moskau.

    Er erinnerte daran, dass die Operation der US-geführten Koalition bereits ein ganzes Jahr andauert.

    „Sie haben mehr als 500 Luftschläge auf syrischem Territorium durchgeführt, offiziell eine halbe Milliarde Dollar für die Ausbildung der Freien Syrischen Armee ausgegeben. Jetzt soeben haben sie mitgeteilt, dass sie auch Waffen und Munition liefern. Doch wo ist diese Armee?“, fragt der russische Staatschef.

    „Könnte es nicht wieder passieren, wenn diese Munition und Waffen einfach irgendwo ausgeladen oder aus der Luft abgeworfen werden, dass diese in die Hände des IS gelangen? Wer kann das garantiert ausschließen?“, fügte er hinzu.

    „Die Vereinigten Staaten haben doch selber zugegeben, dass diese Maßnahmen fehlgeschlagen sind, und jetzt werfen sie mit Waffen und Munition um sich. Für wen? Das ist eine rhetorische Frage“, betont Putin.

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte vor Kurzem erklärt, dass die USA das Ausbildungsprogramm für syrische Rebellen, die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen und vielen Berichten zufolge oft desertieren, um auf die Seite der Terrororganisation IS überzuwechseln, revidieren könnte.

    Daraufhin räumte Präsident Barack Obama in einem Interview für den US-Fernsehkanal CBS ein, dass er von Anfang an der Effektivität einer aus syrischen Rebellen bestehenden Proxy-Armee gezweifelt habe. Auf die Frage eines Journalisten, wieso die USA diese Idee nicht gleich fallengelassen haben, antwortete der US-Staatschef, dass es wichtig gewesen sei, „verschiedene Dinge auszuprobieren“.

    Nach Angaben der Journalisten, die Obama nicht bestritt, habe der Befehlshaber des US-Zentralkommandos neulich mitgeteilt, dass von den 5.000 von den USA ausgebildeten Mitgliedern der „gemäßigten“ syrischen Opposition nur rund 50 Personen übriggeblieben seien, von denen die meisten tot oder desertiert seien.

    Nichtdestotrotz ordnete Carter am vergangenen Freitag an, die sogenannte „moderaten“ syrischen Rebellen demnächst mit Waffen zu versorgen. In der vergangenen Nacht bestätigte das Pentagon die Lieferung von rund 50 Tonnen Munition, die in der Region Haseke, im Norden Syriens, mit Fallschirmen abgeworfen worden seien.

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    Terrormiliz Daesh, Terrorgruppe, Waffenlieferungen, Terrorismus, Anti-IS-Koalition, Freie Syrische Armee (FSA), Ashton Carter, Barack Obama, Wladimir Putin, Syrien, Russland