19:00 24 Juni 2018
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    Wrackteile der Boeing 777 von Flug MH17

    Moskau zweifelt: Zielten Boeing-Untersuchungen wirklich auf Wahrheitsfindung ab?

    © REUTERS / Michael Kooren
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    Moskau zweifelt daran, ob die Untersuchungen des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine Flug MH17 über Donezk tatsächlich auf die Feststellung der Wahrheit abzielten, wie die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch erklärte.

    „Wir haben die Experten der niederländischen Seite nach Russland eingeladen, damit wir unsere Informationen austauschen können, damit sie sich mit unseren zusätzlichen Informationen vor Ort vertraut machen können.“

    Bedauerlicherweise hätten die niederländischen Kollegen diese Einladung nicht angenommen. Gleich nach der Veröffentlichung des Berichtes werde nun aber Russland zur Zusammenarbeit aufgerufen.

    „So geht das aber nicht. Entweder wir arbeiten zusammen, dann antworten wir auch auf die Einladung und unsere Experten nehmen an der Untersuchung teil, oder wir betreiben, im Grunde genommen, Informationsfälschung, wenn Russland im entscheidenden Moment vorgeworfen wird, nicht kooperieren zu wollen“, sagte die Sprecherin.

    „Die Erklärungen von Vertretern des Buk-Herstellers Almaz Antey und der russischen Luftfahrtbehörde Rosaviazija zeugen von der Bedeutung der von Almaz Antey und Rosaviazija geleisteten Arbeit, die mehrmals ihre kritischen Kommentare der für die Untersuchung zuständigen Expertengruppe vorgestellt haben“.

    Aus dem niederländischen Bericht geht hervor, dass die malaysische Boeing von einer Buk-Rakete abgeschossen worden war. Die Rakete sei von einem Gebiet im Osten der Ukraine abgefeuert worden, hieß es in dem Papier. Es wurden jedoch keine Angaben darüber gemacht, von wem dieses Gebiet damals kontrolliert wurde.

    Am Dienstag veröffentlichte auch der Buk-Hersteller Almaz Antey seinen Bericht. Daraus geht unmissverständlich hervor, dass die Rakete von einem von der ukrainischen Armee kontrollierten Territorium aus abgefeuert worden sein muss.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli aus bisher ungeklärter Ursache im umkämpften Donbass-Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Beteiligung vorgeworfen.

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    Ermittlung, MH17, Rosaviazija, Almaz-Antey, Außenministerium Russlands, Maria Sacharowa, Malaysia, Niederlande, Donezk, Russland, Ukraine
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