06:41 16 Dezember 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel

    CDU-Parteikollegen wollen Merkel „entthronen“ – Medien

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    Bei einem Regionalkongress im sächsischen Schkeuditz hat die ostdeutsche CDU-Basis vor einer „nationalen Katastrophe“ gewarnt, falls Bundeskanzlerin Angela Merkel den Flüchtlingszustrom nicht stoppen sollte. Medienberichten zufolge hat die Kanzlerin an diesem Abend viel Kritik einstecken müssen.

    Etwa 1.000  Mitglieder der ostdeutschen CDU-Landesverbände versammelten sich am Mittwochabend zu einem Regionalkongress im sächsischen Schkeuditz.

    „Flüchtlingschaos stoppen — Deutsche Kultur + Werte erhalten — Merkel entthronen“. Ein solches Protestplakat habe eines der Parteimitglieder vor Anfang des Kongresses im Saal hochgehalten, berichten deutsche Medien. Als die Kanzlerin den Raum betrat, soll ihr ein anderer sogar mehrmals „Schämen Sie sich“ ins Gesicht geschrien haben.

    In einer Ansprache habe die Bundeskanzlerin danach über das christliche Menschenbild und die unantastbare Würde jedes Menschen gesprochen, was unter anderem auch dazu geführt hätte, dass Deutschland die Genfer Flüchtlingskonvention unterschrieben habe. Nach diesen Worten habe es Kritik gehagelt —  Dutzende der versammelten Menschen warfen der Kanzlerin Versagen in ihrer Flüchtlingspolitik vor.

    Einer der Anwesenden äußerte zum Beispiel, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung Merkels „Wir schaffen das“ nicht mehr hören könne. Im deutschen Grundgesetz sollte eine Obergrenze für die Flüchtlingsaufnahme verankert werden, ansonsten sei die „Politikfähigkeit“ der Kanzlerin zu bezweifeln.

    Ein anderer warf ihr vor, die „Schleusen zu öffnen“, was zu einer Kapitulation des Staates führen könnte. „Machen Sie die Grenzen dicht!“, forderte der Christdemokrat. Er fürchte für die Zukunft seiner Kinder und Kindeskinder.

    „Sie haben als Regierungschefin versagt“, sagte der nächste Sprecher. Allein die christliche Nächstenliebe zu den Flüchtlingen sei nicht in der Lage, die Staatsordnung zu erhalten. „Wenn wir den Prozess nicht stoppen, wird Deutschland in eine nationale Katastrophe schlittern“, fügte er hinzu.

    Bevor sich das Volk verändern solle, müsse man es erst einmal fragen, ob es das überhaupt wolle, betonte danach der Landtagsabgeordnete Volker Schimpff.
    Wie man aus einer Aufnahme vor Ort sehen kann, saß die ins Kreuzfeuer geratene Kanzlerin  fast regungslos da. Nachdem sie es aber über sich ergehen lassen hatte, zeigte sie sich jedoch unbeirrt:

    „Jetzt lernen wir die Globalisierung aus einer ganz anderen Perspektive kennen“, sagte die Bundeskanzlerin. „Wir schaffen das nicht allein“, betonte sie. Die Migrationskrise sei eine Herausforderung für die ganze Welt, die angesichts der 60 Millionen Flüchtlinge stehe. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir zu einer fairen Aufgabenteilung in Europa kommen“, fügte sie hinzu.

    Seit Anfang 2015 sind mehr als 500.000 Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen. Experten schätzen die Ausgaben der deutschen Steuerzahler für die Unterbringung der Migranten auf etwa elf Milliarden Euro. Dabei zeigen sich immer mehr Bürger mit der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin unzufrieden.

    Anfang Oktober hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass die deutschen Behörden mit 1,5 Millionen Flüchtlingen rechnen. Allein von Oktober bis Dezember würden voraussichtlich bis zu 920 000 weitere Asylbewerber nach Deutschland kommen, schrieb Bild unter Berufung auf eine „vertrauliche interne Prognose“ von nicht näher genannten Behörden.

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