19:42 16 Dezember 2017
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht einen Flüchtlingslager in Spandau

    Migrationskrise: Warschau wehrt sich gegen Merkels Flüchtlingsquote

    © REUTERS/ Fabrizio Bensch/Files
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    Polen tritt scharf gegen die von Angela Merkel vorgeschlagene, permanente und verpflichtende Verteilungsquote von Flüchtlingen unter EU-Ländern auf und wird dabei nicht nachgeben, wie Polens Außenminister Grzegorz Schetyna gegenüber dem Radiosender RMF FM erklärte.

    “Wir werden nicht nachgeben. Wir bilden eine entscheidende Mehrheit in der EU”, unterstrich Schetyna.

    Dem Außenminister zufolge sei die Flüchtlingssituation ein Problem der deutschen Innenpolitik, „deswegen werden stets Versuche unternommen, ein besseres Bild und Image zu schaffen“. „Dies beeinflusst jedoch keinesfalls europäische Entscheidungen“, so Schetyna weiter.

    „Wenn Europa sagt, dass wir sie (Flüchtlinge – d. Red.) weiterhin unter uns aufteilen und uns Quoten neuer Migrationsströme aufzwingen werden, wird es eine Katastrophe geben. Wir werden dem nicht zustimmen“, erklärte Polens Minister.

    Schetyna ist der Ansicht, dass Europa in erster Linie „eine Entscheidung über den Schutz von Außengrenzen sowie über Verteilungszentren, die politische Migranten aus dem Nahen Osten registrieren müssen, treffen, nicht aber einen automatischen Verteilungsmechanismus einführen soll“. Letzteren bezeichnete der Minister als Unsinn.

    Allein bis zum September sind laut der EU-Grenzschutzagentur „Frontex“ rund 630.000 Flüchtlinge in die EU gekommen. Die EU-Kommission spricht von der schlimmsten Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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    Tags:
    Migranten, Quoten, Migrationspolitik, Grzegorz Schetyna, Angela Merkel, Europa, Deutschland, Polen
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