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22:23 16 Juli 2019
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    Migrantenkrise in Europa

    Flüchtlinge suchen Umweg nach Deutschland über Slowenien

    © AFP 2019 / Dimitar Dilkoff
    Politik
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Nachdem die ungarische Grenze zu Kroatien vollständig abgeriegelt wurde, versuchen Flüchtlinge nun über Slowenien Deutschland zu erreichen, meldet Reuters. Zur gleichen Zeit warnt der kroatische Innenminister vor einem Domino-Effekt und „Schüssen“, falls Deutschland die Grenzen dichtmachen sollte.

    Zuvor wurde berichtet, dass Ungarn in der Nacht zum Samstag seine Grenze zu Kroatien vollständig geschlossen hat. Nachdem das Land einen Grenzzaun zu Serbien gebaut hatte, seien die meisten Flüchtlinge bislang über Kroatien nach Ungarn eingereist. Am Samstag meldete die slowenische Agentur STA, dass ungefähr 3.000 Migranten die Grenzen Kroatiens nach Slowenien überschritten hatten.

    Nun seien sie, so Reuters, gezwungen, einen neuen Weg nach Österreich und Deutschland zu suchen.
    Der Agentur zufolge hatten die kroatische und die slowenische Regierung sich zuvor bereit erklärt, den sich an ihren Grenzen ansammelnden Migranten Transit zu gewähren, damit sie nach Mittel- und Nordeuropa gelangen können.

    Falls Deutschland sie nicht hineinlassen und die Grenzen dichtmachen sollte, warnt der kroatische Innenminister Ranko Ostojic vor einem Domino-Effekt. „Das wird einen Haufen Probleme für alle Länder bringen, und ich kann nicht vorhersagen, was in der Situation dann passieren wird“, zitiert Reuters den Minister. „Die riskieren ihr Leben, und niemand ist in der Lage, den Zustrom ohne Schüsse zu stoppen“, fügte er hinzu.

    Seit Anfang 2015 sind mehr als 500.000 Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen. Experten schätzen die Ausgaben der deutschen Steuerzahler für die Unterbringung der Migranten auf etwa elf Milliarden Euro. Dabei zeigen sich immer mehr Bürger mit der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin unzufrieden.

    Weil Bundeskanzlerin Angela Merkel seit dem 5. September Flüchtlinge aus Ungarn unregistriert nach Deutschland reisen lässt, hat sich der Anstieg der Flüchtlingszahlen noch deutlich beschleunigt.

    Anfang Oktober hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass die deutschen Behörden mit 1,5 Millionen Flüchtlingen rechnen. Allein von Oktober bis Dezember würden voraussichtlich bis zu 920.000 weitere Asylbewerber nach Deutschland kommen, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine „vertrauliche interne Prognose“ von nicht näher genannten Behörden.

    Nach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde Frontex sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als 710.000 Flüchtlinge in die EU eingereist.

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    Migrationspolitik, Migranten, EU, Ranko Ostojic, Slowenien, Europa, Kroatien, Ungarn, Österreich, Deutschland