15:29 19 August 2018
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    Stromsperre für die Halbinsel Krim

    Online-Petition: Ukraine soll der Krim keinen Strom mehr liefern

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    Eine Online-Petition an den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit dem Vorschlag einer Stromsperre für die Halbinsel Krim hat bei erforderlichen 25.000 Stimmen mehr als 26.000 erbracht.

    Ukraine droht mit Stromstopp für Krim
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    Die Petition wurde am 8. September auf der Internetseite des Präsidenten registriert und hat bereits 26.600 Stimmen bekommen. Eine Petition muss laut dem ukrainischen Gesetz innerhalb von drei Monaten nach der Registrierung mehr als 25.000 Stimmen erbringen, um vom ukrainischen Präsidenten behandelt zu werden. Danach kann der Staatschef der Obersten Rada Gesetzentwürfe zur Prüfung vorlegen, die auf die Lösung der in der Petition gestellten Fragen gerichtet sind.

    Dem Republikchef der Krim, Sergej Aksjonow, zufolge wird der Stromstopp durch die Ukraine der Halbinsel gewisse Schwierigkeiten bereiten, lebenswichtige Objekte und Unternehmen wären davon aber nicht betroffen.

    „Es wird selbstverständlich gewisse Schwierigkeiten geben. Wir werden jedoch nicht hungern, es werden keine Unternehmen stillstehen. Im vergangenen Jahr haben wir in einer Situation gehandelt, als der Strom ausgeschaltet worden war. Alle Reserveleistungen sind eingeschaltet. Alle lebenswichtigen Objekte wie Krankenhäuser, Entbindungsheime und Schulen sind versorgt. Wir können heutzutage auf der Krim selber mehr als 300 Megawatt Energie erzeugen. Deswegen werden wir es so oder so überstehen“, sagte Aksjonow gegenüber RIA Novosti.

    Die Krim hängt zu 70 Prozent von Stromlieferungen aus der Ukraine ab. Den Berechnungen des russischen Energieministeriums zufolge braucht die Region zusätzlich etwa 880 Megawatt Energie.

    Bis Ende des laufenden Jahres soll der erste Teil der Energiebrücke aus Russland auf die Krim in Betrieb genommen werden. Dies wird die Lieferung von bis zu 400 Megawatt Energie vom russischen Festland aus ermöglichen. Der zweite Abschnitt soll die Energielieferungen auf 800 bis 840 Megawatt erhöhen. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2016 abgeschlossen sein.

    Die Krim war im März vergangenen Jahres – nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung aufgestellt hatte.

    Die neue ukrainische Regierung betrachtet die Krim noch immer als ihr Gebiet und verspricht, die Halbinsel zurückzuholen. Gleichzeitig hatte die Regierung in Kiew jedoch den See-, Luft-, Eisenbahn-, Bus- und Frachtverkehr mit der russischen Region eingestellt. Es wurde zudem eine Lebensmittelblockade verhängt.

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    Tags:
    Strom, Petro Poroschenko, Russland, Krim, Ukraine
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