18:14 11 Dezember 2017
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    Ungarns Außenminister Peter Szijjarto

    Ungarns Außenminister: „Ohne Russland keine Lösung der Flüchtlingskrise“

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    Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hat zu einer pragmatischen Zusammenarbeit mit Russland bei der Lösung der Flüchtlingskrise und des Syrien-Konflikts aufgerufen, wie die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf die staatliche ungarische Nachrichtenagentur „MTI“ berichtet.

    „Wir müssen endlich anerkennen und einsehen, dass es ohne eine pragmatische Zusammenarbeit mit Russland keine Lösung der Flüchtlingskrise gibt. Ohne eine transatlantisch-russische Einigung gibt es keine Lösung für den syrischen Krieg und damit auch keine Lösung der Flüchtlingskrise, die Europa heimsucht“, sagte der Minister.

    Am Vortag erklärte Szijjarto im Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, dass Ungarn einen Flüchtlingszustrom aus dem Nahen Osten aufgehalten hatte und bezeichnete das als einen großen Erfolg.

    „Ich muss ehrlich sagen, dass die Europäische Union immer noch nach einer Lösung (der Krise – d. Red.) sucht. Ungarn hat dabei eigene Maßnahmen ergriffen, und wir können sagen, dass der Flüchtlingszustrom nach unserem Land eingestellt worden ist, was wir für einen großen Erfolg halten“, sagte Szijjarto. Die aktuelle Migrationskrise bezeichnete er dabei als „die größte Herausforderung der EU seit deren Gründung“.

    Bei dem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen äußerte der ungarische Außenminister zudem Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit Russland in allen Bereichen.

    Viele Probleme könnten dem ungarischen Minister zufolge durch eine Kooperation zwischen dem transatlantischen Bündnis und Russland gelöst werden. Dies hätte der erfolgreiche Ausgang der Atom-Verhandlungen mit dem Iran bewiesen.

    Am kommenden Sonntag werden sich die EU-Staatschefs bei einem außerordentlichen Gipfeltreffen in Brüssel treffen und die Ausarbeitung und Billigung von Sofortmaßnahmen zur Lösung der Migrationskrise besprechen.

    Seit Beginn des Jahres sind mehr als 383.000 Flüchtlinge über die südlichen Grenzen nach Ungarn gelangt. Die Situation verbesserte sich erst, nachdem Ungarn seinen Grenzübergang erst zu Serbien,dann zu Kroatien schloss, um den Migrationsstrom aus diesen Ländern zu verhindern. Das Land schickte zudem viele Soldaten und Militärtechnik, einschließlich Panzer und Schützenpanzer, zur Verstärkung der Grenzpolizei.

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    Tags:
    Syrien-Krise, Migrationspolitik, Migranten, Außenministerium Russlands, Peter Szijjarto, Russland, Europa, Ungarn
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