12:35 20 November 2019
SNA Radio
    Ehemaliger Premierminister Großbritaniens Tony Blair

    Blair gibt zu: IS-Aufstieg geht auf Irak-Invasion zurück

    © REUTERS / Stefan Wermuth
    Politik
    Zum Kurzlink
    Kampf gegen den IS (813)
    2010312
    Abonnieren

    Der ehemalige Premierminister Großbritaniens, Tony Blair, gesteht "Fehler" bei der Planung der Irak-Invasion 2003 ein und entschuldigt sich für die nicht einkalkulierten Folgen des Sturzes von Saddam Hussein. Laut Blair war es die Intervention im Irak, die zur Entstehung des “Islamischen Staates“ geführt hat.

    Das Eingreifen der Koalition unter der Führung der USA und Großbritanniens im Irak 2003 könnte die Ursache für die Entstehung der Terrorgruppierung „Islamischer Staat“ sein, sagte der frühere britische Spitzenpolitiker in einem Interview gegenüber dem US-Sender CNN.

    Die Einsatzgruppen der Koalition unter Führung der USA und Großbritanniens waren im Rahmen der Militäroperation „Iraqi Freedom“ im Frühling 2003 im Irak einmarschiert — mit dem Ziel den damaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu stürzen, der von Washington der Kooperation mit Terroristen und des Besitzes von Chemiewaffen beschuldigt wurde. Diese Vorwürfe haben sich nicht bestätigt.

    Tony Blair wurde beim Gespräch auch darauf angesprochen, dass viele Menschen den Grund für den IS-Aufstieg im damaligen westlichen Militäreinsatz im Irak sähen. Er gab zu, hinter diesen Gedanken stecke auch ein „Stückchen Wahrheit“.

    "Natürlich kann man nicht sagen, dass diejenigen, die Saddam 2003 gestürzt hatten, keine Verantwortung für die Situation im Jahr 2015 tragen", sagte er im Interview.

    Der ehemalige Premierminister bat außerdem um Entschuldigung für die Fehler während der Irak-Intervention.

    "Ich entschuldige mich dafür, dass die Informationen des Geheimdienstes, die wir erhielten, falsch waren. Ich entschuldige mich außerdem dafür, dass wir Fehler in der Planung gemacht haben — und sicherlich auch in der Annahme dessen, was nach dem Sturz des Regimes passieren würde."

    Für den Sturz von Saddam Hussein wolle er sich jedoch nicht entschuldigen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Handelsblatt: USA kritisieren russische Handlungen in Syrien wegen gekränktem Stolz
    USA fliegen 15 Angriffe gegen IS im Irak und einen in Syrien
    Erster US-Soldat stirbt beim Kampf gegen IS im Irak
    IS-Bekämpfung: Irak ist nicht zum Verzicht auf russische Militärhilfe verpflichtet
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Chemiewaffen, Terrorismus, Saddam Hussein, Tony Blair, Irak, Großbritannien, USA