00:40 15 November 2019
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    Österreichs Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer

    Ex-Kanzler Österreichs: USA haben Beziehungen EU-Russland nicht zu bestimmen

    © AP Photo / Ronald Zak
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    Europa hat sich geirrt, als es glaubte, abseits vom Syrien-Konflikt bleiben zu können, und muss nun angesichts der Migrationskrise seine Meinung ändern. Was auch immer die USA glauben, kann die Zusammenarbeit mit Russland der EU helfen, ihre Interessen zu schützen, wie Österreichs Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in einem RT-Interview sagte.

    Der wichtigste Grund für die Krise ist laut Gusenbauer die Unfähigkeit der Weltgemeinschaft, eine effiziente Zusammenarbeit aufzubauen und auf unterschiedliche Standpunkte Rücksicht zu nehmen.

    Im Unterschied etwa zur Lage um das Ebola-Fieber, als die Länder verstanden, dass das Problem alle angehe und gemeinsam zu lösen sei, gebe es derzeit im Nahen Osten kein derartiges Mitwirken. Laut dem Ex-Bundeskanzler fällt es der Welt leichter, sich im Kampf gegen eine Erkrankung zu verständigen, als sich über die Lösung des Syrien-Konflikts zu einigen und die Verbreitung des Islamischen Staates zu verhindern. 

    Die Vorstellung, dass Europa abseits von der Syrien-Krise sein könne, habe sich als großer Irrtum erwiesen, so Gusenbauer weiter. Nun habe es eingesehen, wenn auch ziemlich spät, dass es an der Syrien-Lösung teilnehmen und mit anderen Ländern zusammenwirken müsse, die an der Regelung des Konfliktes interessiert seien, ohne sich die Regeln von den USA vorschreiben zu lassen. 

    Gusenbauer verwies ferner auf die Rede des EU-Kommissionsvorsitzenden Jean-Claude Juncker, in der klar dargelegt wurde, dass Europa die Beziehungen zu Russland wiederaufbauen müsse, die auf Zusammenarbeit fußen würden, und dass die Europäische Union es den USA nicht erlauben dürfe, den Kurs dieser Beziehungen zu bestimmen.

    „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Erklärung Junckers eine neue Phase markiert hat. Es handelt sich in gewisser Hinsicht um die Einsicht, dass Europa trotz engen Zusammenwirkens mit den USA eigene Interessen hat, besonders im Bereich der Sicherheit. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass Europa aufgrund dieser Interessen mehr Zusammenarbeit mit Russland benötigt als die USA“, schloss der österreichische Ex-Bundeskanzler.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Migranten, Ebola, Jean-Claude Juncker, Russland, USA, Syrien