15:09 15 Dezember 2017
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    Russische Anteile an Euronews unter Arrest

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    Politik
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    Wertpapiere des Senders "Euronews", welche der staatlichen Fernseh- und Rundfunkanstalt WGTRK gehören, sind auf Klage ehemaliger Aktienbesitzer des 2006 bankrottgegangenen Ölkonzerns "Yukos" mit Arrest belegt worden. Dies berichtet die Agentur RBC unter Berufung auf eine Regierungsquelle.

    Unter Arrest stehen RBC-Angaben zufolge 7,5 Prozent der Aktien des französischen Unternehmens Euronews S.A., das den gleichnamigen Sender leitet. Der Leiter der Internationalen Abteilung bei WGTRK, Pjotr Fjodorow, bestätigte die Information gegenüber RIA Novosti. Dabei unterstrich er, dass die Sperrung von Wertpapieren weder Einfluss auf die Kooperation zwischen Euronews und WGTRK noch auf den Arbeitsprozess haben werde.

    Kreml kündigt rechtliche Schritte an 

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow teilte am Mittwoch mit, dass Russland alle rechtlichen Maßnahmen ergreifen wird, um Staatseigentum, wie im Falle der WGTRK-Aktien im Euronews-Unternehmen, zu schützen. Es würden bereits erste Schritte unternommen.

    „In Kreml weiß man davon (vom Arrest der WGTRK-Aktien – d. Red.), es werden rechtliche Schritte unternommen, um rechtmäßige Interessen der Russischen Föderation und deren Eigentums zu schützen“, sagte Peskow.

    Rossiya Segodnya bereits betroffen

    In Frankreich und Belgien waren Mitte Juni bereits Konten der internationalen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya mit Arrest belegt worden. Damit folgten die Behörden dieser Länder dem Beschluss des Haager Schiedsgerichts gemäß einer Klage ehemaliger Aktieninhaber des Ölkonzerns Yukos. Laut dem Beschluss soll Russland den ehemaligen Teilhabern 50 Milliarden Dollar zahlen. Später gab die belgische Regierung ein Teil der russischen Staatsaktien frei.

    Mitte Juli waren Konten von MIA Rossiya Segodnya auch in der britischen Barclay’s Bank gesperrt. Die Chefredakteurin Margarita Simonjan bezeichnete die Sperrung als illegitim und „nicht auf Yukos bezogen“. Dmitri Kisseljow, der Generaldirektor der Internationalen Nachrichtenagentur, nannte die Sperrung des Kontos in der britischen Barclay’s Bank „Zensur“ und „eine direkte Behinderung der Arbeit von Journalisten“.

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    Tags:
    WGTRK, Yukos, Rossiya Segodnya, Margarita Simonjan, Dmitri Peskow, Dmitri Kisseljow, Belgien, Frankreich, Russland
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