15:06 15 August 2020
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Russland ist zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion aktiv dabei, seine Position in der arabischen Welt wieder auszubauen, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung". Dabei nutze Russlands Präsident Wladimir Putin die Zweifel, die das Verhalten der amerikanischen Obama-Regierung in der Region geweckt hätte.

    Die Zeitung unterstreicht, dass die USA den Kampf gegen die Terrorgruppierungen „Islamischer Staat“ und „al-Kaida“ allzu zögernd aufgenommen und zurückhaltend geführt hätten. Dschihadisten hätten weder im Irak, noch in Syrien bedeutende Rückschläge erlitten. Deswegen zweifele man inzwischen in der ganzen Region stark an der Effektivität von Washingtons Anti-Terror-Kampf.

    “Putins Aufruf zur Bildung einer großen, west-östlichen Koalition zur Bekämpfung des Terrorismus traf bei den Staaten, die sich durch islamistische Extremisten bedroht sahen, auf offene Ohren”, schreibt die NZZ. Dem Blatt zufolge wählte Russlands Staatschef den Zeitpunkt für die russische Intervention äußerst günstig.

    Für die irakische Regierung, sowie die irakischen und syrischen Kurden sei der russische Lufteinsatz in Syrien der Auftritt “eines vielversprechenden Verbündeten” im Anti-IS-Kampf, so die NZZ. Doch nicht nur der Irak und Syrien, sondern auch Ägypten finde in Moskau mehr Verständnis als in Washington. Präsident Abdel Fattah el-Sisi war bereits vier Mal in Moskau zu Besuch. Dabei wurde auch ein Abkommen über wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit unterzeichnet. El-Sisi unterstützt zudem Putins Aufruf zu einer breit angelegten Anti-IS-Koalition und begrüßte Russlands Einsatz in Syrien.

    Selbst Saudi-Arabien, der wichtigste Unterstützer der syrischen Opposition, akzeptierte Moskaus zunehmende Rolle in der Region, so die NZZ. Der Königssohn und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman, besuchte Russland bereits zweimal.

    “Das Verhalten der USA im Arabischen Frühling und die Annäherung mit dem Iran haben Präsident Obama für die Saudis zu einem schwer durchschaubaren und unzuverlässigen Verbündeten gemacht”, berichtet die NZZ. Deswegen bemüht sich Riad im Dialog mit Moskau darum, seine Abhängigkeit von Washington zu kompensieren.

    Wegen Russlands Erfolgen im Nahen Osten befänden sich die USA nun in Zugzwang, schreibt die Schweizer Zeitung. Um seine Glaubwürdigkeit zu stärken, hätte Washington die Absicht angekündigt, einen Bodeneinsatz in Syrien zu starten. Gleichzeitig stimmten die USA der Teilnahme des Iran bei den Verhandlungen zur Syrien-Krise zu.

    Mehr zum Thema: Wiener Syrien-Gespräche: Dank Russland jetzt auch mit Iran

    DerNZZ  zufolge könnte im Falle eines Sieges der IS-Kämpfer über die syrische Regierung die gleiche Entwicklung in Gang gesetzt werden, wie sie damals zu den Anschlägen des 11. September 2001 führte. Diese Perspektive bewege  Washington derzeit anscheinend dazu, mit Moskau ein Einvernehmen zu suchen.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Al-Kaida, Irak, Naher Osten, Russland, USA, Syrien