03:20 20 Juli 2018
SNA Radio
    Kämpfer der Terrorgruppierung Islamischer Staat

    USA, Öl und Drogen: Woher der IS sein Geld nimmt

    © AFP 2018 / Rami Al-Sayed
    Politik
    Zum Kurzlink
    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
    2024121

    Der "Islamische Staat" zählt bereits hunderttausende Mitglieder und kontrolliert weite Gebiete Syriens und des Irak. Laut iranischen Experten hat die berüchtigte Terrormiliz ihren Aufstieg westlichen Staaten und deren Verbündeten zu verdanken.

    „Dass der IS seine zahlreichen Anhänger finanzieren, mit Waffen versorgen sowie fast 400.000 km2 Fläche in Syrien und im Irak unter Kontrolle halten kann, lässt auf eine kräftige finanzielle, militärische und logistische Unterstützung schließen“, sagte Mosayeb Na’imi, Politikwissenschaftler und Generaldirektor der arabischsprachigen Zeitung „Al-Wafag“, gegenüber Sputnik Persian. Nach der Einschätzung des Experten bekommen die Terroristen von denjenigen Rückhalt, „die an einer Fortsetzung des Syrien-Krieges interessiert sind“: die USA und die Golf-Monarchien.

    „Obwohl sich die USA öffentlich zum Kampf gegen den IS bekennen, finanzieren sie andere Terroristengruppen, die die IS-Ideologie teilen und Massenmorde auf dem Gewissen haben: Ahrar as-Sham und die Al-Nusra-Front“. Laut dem Experten hätten diese Terrorgruppen ohne Unterstützung aus Übersee niemals weite Gebiete und Öllagerstätten unter ihre Kontrolle bringen können. Die Beteuerungen aus Washington, dass US-Flugzeuge den Terroristen aus Versehen Lebensmittel, Medikamente und Waffen abgeworfen hätten, sind für Na’imi nichts weiter als „Lüge“.

    „Der IS weiß sehr einflussreiche Staaten hinter sich: die USA, Saudi-Arabien, Katar und ihre Verbündeten“, äußerte der Experte. Hätten diese Staaten nicht geholfen, hätte die Türkei ihr Gebiet nicht für den Transfer der Terrorkämpfer zur Verfügung gestellt, so hätte der IS nie so stark expandieren können.

    Dass die USA den Kampf gegen die Terroristen nur vortäuschen, liegt auch für Nahost-Journalistin Hafsa Kara-Mustapha auf der Hand. Amerikas militärisches Engagement gegen den „Islamischen Staat“, das schon vor mehr als einem Jahr begonnen hatte, habe weder die Terrormiliz noch deren Ölproduktionskapazitäten geschwächt, sagte Kara-Mustapha gegenüber "Sputnik Persian". „Im Gegenteil: Seit Beginn der US-Operation ist der IS sogar gewachsen.“

    Die russischen Luftangriffe hingegen hätten schon in nur drei Wochen mehr erreicht: „Wir beobachten eine bedeutende Abschwächung des IS und von dessen Finanzkapazitäten. Daraus folgt, dass die Russen den IS wirklich attackiert haben.“

    Verantwortlich für Preissturz am Ölmarkt

    Neben den Hilfen aus Golf-Staaten sei der illegale Handel mit Erdöl eine wichtige Finanzierungsquelle des IS, sagt Emad Abshenass. Laut dem Politikwissenschaftler und Chefredakteur der Zeitung „Iran Press“ ist der IS in einem „entscheidenden Ausmaß“ für den Preisverfall des Erdöls verantwortlich. Der IS verkaufe nämlich Erdöl aus den erbeuteten Vorkommen im Irak und Syrien an Schwarzhändler weit unter Marktwert. Das Öl werde in die Türkei und nach Jordanien geschmuggelt, und von dort aus nach Israel und in andere „prowestliche“ Staaten. Laut dem Experten spielt die Türkei dabei die entscheidende Rolle.
     
    Handel mit Menschen, Organen und Drogen

    Laut Abshenass erwirtschaftet der IS durch den Handel mit menschlichen Organen „kolossale Einnahmen“. Die Organe würden „Ungläubigen“ und ideologischen Gegnern entnommen und an Schmuggler verkauft.

    Weitere Einkommensquellen des IS seien historische Wertstücke und Artefakte aus Syrien und dem Irak, Kidnapping sowie Menschen- und Drogenhandel, so der Experte weiter. „In den von den Terroristen kontrollierten Gebieten ist der Handel mit Drogen Alltag.“ Abshenass erinnerte an die Festnahme des saudischen Prinzen Abdel Mohsen Bin Walid Bin Abdulaziz am Flughafen Beirut: In den Koffern des Prinzen und seiner Begleiter wurden gut zwei Tonnen Amphetamin und Kokain entdeckt. Laut dem Experten war auch dieser Drogentransport für die Finanzierung des IS bestimmt.

    Themen:
    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)

    Zum Thema:

    Pentagon bestätigt Lieferung von Munition für Opposition in Syrien
    Pentagon verspricht: Abgeworfene US-Waffen landen nicht bei IS
    Vorwurf aus Irak: USA versorgen „Islamischen Staat“ regelmäßig mit Waffen
    Iranischer General: US-Luftwaffe beliefert IS heimlich mit Waffen und Geld
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Drogen, Öl, Dschabhat al-Nusra, Abdel Mohsen Bin Walid Bin Abdulaziz, Russland, USA, Irak, Syrien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren