19:30 16 Dezember 2017
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    Kabul nimmt abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland auf

    © AP Photo/ Muhammed Muheisen
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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Die afghanische Regierung hat erklärt, dass sie abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland zurücknimmt, meldet Associated Press.

    Die Ankündigung der Bundesregierung, abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan künftig deutlich häufiger als bisher in ihre Heimat abzuschieben, ist von der Regierung in Kabul mit Erstaunen und Ablehnung kommentiert worden.

    Laut dem afghanischen Minister für Flüchtlingsangelegenheiten, Sayed Hussain Alimi Balkhi weiß seine Regierung von einer solchen Entscheidung nichts. Er habe kürzlich erst einer deutschen Regierungsdelegation in Genf gesagt, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert habe.

    „Ich habe sie deshalb ausdrücklich darum gebeten, keine afghanischen Asylbewerber abzuschieben.“ Diese Bitte habe er auch im Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Afghanistan geäußert.

    Der Präsidentensprecher Safar Haschemi sagte, dass Afghanistan die Asylbewerber zuhause aufnehmen solle. Er fügte hinzu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und der afghanische Präsident Ashraf Ghani diese Frage vor kurzem besprochen haben.

    Bis zu einer Million Flüchtlinge könnten in diesem Jahr nach Deutschland kommen, wurde schon früher gemeldet.
    Nach den Angaben des afghanischen Ministeriums für Flüchtlinge und Repatriierung haben in diesem Jahr 120.000 Menschen das Land verlassen.

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    Tags:
    Migranten, Asyl, Angela Merkel, Afghanistan, Deutschland, Kabul
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