08:12 27 Juni 2019
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    Terroristen in Syrien

    US-Diplomatin: "Moderate" syrische Kräfte wechseln zu Terroristen

    © AFP 2019 / Delil Souleiman
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    Die USA haben Moskau erneut vorgeworfen, die von ihnen unterstützten „moderaten“ Rebellen, und nicht den IS in Syrien anzugreifen. Dabei hat die Staatssekretärin Anne Patterson, die im US-Außenamt für den Nahen Osten zuständig ist, jedoch zugegeben, al-Nusra habe „vieles von dem, was wir früher als moderate Opposition bezeichneten, angegliedert“.

    Russland erklärte schon immer, seine Angriffe richteten sich gegen alle Terroristen im Land, einschließlich des IS und der al-Nusra Front, einem Al-Qaida-Ableger in Syrien.

    „Die Doppelmoral, mithilfe derer wir Russland beurteilen ist einfach übermäßig“, sagte diesbezüglich ein US-Senator, Dana Rohrabacher, bei einer Kongressanhörung in Washington am Mittwoch.

    Der Politiker widersprach somit den Moskau-Beschuldigungen seiner Kollegen, der US-Staatssekretärin Anne Patterson und US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland.

    Dem Politiker zufolge hätten die USA den Vorschlag, den Moskau bereits vor mehreren Jahren gemacht hatte, einen Kompromiss zu finden, um den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden, ausschließlich wegen feindlicher Einstellung gegenüber Russland und Putin abgelehnt. Aber selbst jetzt, da Syrien „komplett in die Hölle geraten ist, können wir uns immer noch nicht dazu bringen, Putin als einen möglichen Partner bei der Verbesserung der Situation zu betrachten“, unterstrich Rohrabacher.

    „Ich glaube, es ist unsere Feindseligkeit gegenüber Russland, die uns davon abgehalten hat, Politik zu machen, die zu einem stabileren Nahen Osten führen könnte“, so der US-Politiker.

    Auf die Vorwürfe seitens Rohrabacher, Washington wäre dabei, das Libyen-Szenario in Syrien zu wiederholen, wo sich nach dem Gaddafi-Sturz ein radikaler Islamismus mit dem Wunsch, die Amerikaner umzubringen, verbreitete, sagte Patterson: „Unser Ziel ist es, Assad und seine engste Berater zu stürzen und einen politischen Prozess zu schaffen, der zu einer neuen Regierung führen kann. Wir wollen die institutionelle Struktur des Landes nicht zerstören“.

    Ihr zufolge entspreche dieses Ziel dem „nationalen Sicherheitsinteresse“ der USA, da die Situation in Syrien auch die Sicherheit von US-Verbündeten – Israel, Saudi-Arabien, Libanon, Jordanien und die Türkei – bedrohe.

    Doch laut Rohrabacher würde schon die Zusammenarbeit – statt Dämonisierung – mit Putin zu mehr Stabilität in Syrien und bessere Bedingungen für die US-Verbündeten führen. Besser als die aktuelle US-Politik nach dem Motto „Egal was wir tun – Hauptsache, nicht mit Russland arbeiten und Assad loszuwerden“.

    Am Dienstag hatten die Luftstreitkräfte von Russland und den USA bei einem gemeinsamen Training am Himmel über Syrien gefährliche Annäherungen simuliert. Die Übung soll den Piloten bei der Verhinderung von Zwischenfällen helfen. Zugleich betonte die amerikanische Seite, dass sich die Zusammenarbeit mit dem russischen Militär in Syrien ausschließlich darauf beschränken solle. Die Kampfhandlungen selbst würden mit Russland nicht koordiniert.

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    Terrormiliz Daesh, Syrien-Krise, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, Dschabhat al-Nusra, Al-Qaida, Victoria Nuland, Wladimir Putin, Syrien, USA, Russland