02:21 07 Dezember 2019
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    IS-Kämpfer in Syria

    US-Unterstützung syrischer Rebellen kann IS stärken - Spiegel

    © AFP 2019 / Sami Ali
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    Nach dem gescheitertem Versuch, Mitglieder der „gemäßigten“ syrischen Opposition zu trainieren, setzen die USA nun auf die Zusammenarbeit mit den „Demokratischen Kräften Syriens“, die von der Türkei indirekt als Terrororganisation eingestuft wird. Dieser Schritt birgt eine ganze Reihe von Problemen und Gefahren in sich, berichtet Spiegel.

    „Es scheint, als hätten die USA im zweiten Anlauf einen Partner in Syrien gefunden im Kampf gegen den IS. Der erste Versuch war ein Debakel: Das US-Verteidigungsministerium stellte dieses Jahr sein 500 Millionen Dollar teures Ausbildungsprogramm für syrische Rebellen gegen den IS wieder ein, nachdem nur fünf Absolventen übrig geblieben waren.“, schreibt das Magazin.

    Doch der zweite Versuch der USA, durch eine Zusammenarbeit mit den "Demokratischen Kräften Syriens" mehr Einfluss im Syrienkonflikt zu gewinnen,  stelle den Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama vor ein neues Dilemma: Zu viel Hilfe seitens der USA könnte die Konflikte in Syrien eskalieren lassen, diese Allianz könne gar den Islamischen Staat stärken.

    Das Hauptproblem von Washington bestehe nun darin, dass die "Demokratischen Kräfte Syriens" unmittelbar mit den syrisch-kurdischen "Volksverteidigungseinheiten" (YPG), dem syrischen Ableger der türkisch-kurdischen "Arbeiterorganisation Kurdistans" (PKK), verbunden seien.

    „Viele Syrer, vor allem arabische, misstrauen den YPG. Denn diese verfolgen ihr eigenes, nationalistisch-kurdisches Ziel: Sie wollen im Norden Syriens autonome Gebiete errichten. Die Menschenrechtsorganisation 'Amnesty International' hat Fälle dokumentiert, in denen die YPG Zivilisten anderer Ethnien vertrieben haben, weil sie diese pauschal für IS-Unterstützer hielten“, so Spiegel.

    Falls jedoch die "Demokratischen Kräfte Syriens" weiterhin als kurdisch-nationalistische Kraft wahrgenommen werden sollte, könnten sich diese US-Verbündeten in dem Konflikt als nutzlos erweisen. Wenn sie jedoch in arabische Gebiete vorrücken sollten, könnte dies den Dschihadisten, so Spiegel, neue Unterstützer zutreiben, weil  das Misstrauen zwischen Kurden und Arabern in Syrien zurzeit tief sitze.

    Ein zweites Problem sei, dass einer der wichtigsten Verbündeten der USA – die Türkei — die PKK und somit auch ihren syrischen Ableger als Terrororganisation einstufe. Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch angedroht, dass die Türkei die PKK so lange bekämpfen werde, bis der letzte kurdische Rebelle "liquidiert" sei. Solange Ankara mit der PKK in einem solchen Konflikt stehe, könnte die Unterstützung der  „Demokratischen Kräfte Syriens“ den türkisch-kurdischen Konflikt und damit auch die Gewalt in Syrien weiter anheizen und die US-türkischen Beziehungen verschlechtern, betont das Blatt.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Rebellen, Kurden, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), US-Verteidigungsministerium, Amnesty International, Recep Tayyip Erdogan, Barack Obama, Türkei, Syrien, USA