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    Meinungsfreiheit: Brite kämpfte gegen IS, zuhause muss er schweigen

    © REUTERS/ Stefan Wermuth
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Der Brite Macer Gifford wollte an einer Londoner Universität über seinen fünf Monate langen Dienst im Kampf gegen den Islamischen Staat erzählen, um die Gleichgültigkeit seiner Mitbürger zur Syrien-Krise zu brechen. Seine Alma Mater hat ihm dies jedoch verboten: die Lernanstalt sei nicht berechtigt „eine der Konfliktseiten zu unterstützen”.

    Gifford habe, wie alle anderen, die Situation in Syrien und den Aufstieg des Islamischen Staats im Fernsehen beobachtet, bis er schließlich nicht mehr einfach nur zusehen konnte.

    Dilsoz you are gone but you aren't forgotten! Everytime we came on an enemy village you were eager to send those jihadi scumbags to hell! It was a joy to know you and a pleasure to serve beside you! Sleep well brother…..

    Posted by Macer Gifford on Friday, August 28, 2015

    „Ich war entsetzt, dass weder Großbritannien noch die US-Regierung etwas Wesentliches unternommen haben. Beide hatten und haben auch bis heute keine zusammenhängende und nahtlose Kampfstrategie. Genau deshalb habe ich mich entschieden, nach Syrien zu gehen.“, sagte er in einem Interview für RT.

    In Syrien schloss sich der 28-Jährige den syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) an, mit denen er ganze fünf Monate lang gegen die Terrororganisation Islamischer Staat kämpfte.

    „Ich wollte den Menschen erzählen, was in der Konfliktzone geschieht, ich wollte mit ihnen meine Erfahrungen über den Widerstand und Kampf gegen den Islamischen Staat teilen. Ich dachte, dass es den Studenten nützlich sein könnte. Sie würden mir wiederum viele Fragen stellen können. Und das ist doch das Wesentliche der Meinungsfreiheit“, betonte Gifford.

    Zuvor hatte ein Mitarbeiter des University College London Union (UCLU) die Absage damit erklärt, dass es in jedem Konflikt zwei Seiten gebe und die Leitung nicht gewollt sei, eine der Seiten zu unterstützen. Des Weiteren bestünde die Gefahr, dass Studenten nach so einer Lektion dem Beispiel von Gifford folgen und nach Syrien aufbrechen könnten.

    „University College London macht Anti-IS-Kämpfer mundtot. Sonst könnten besorgte Studenten in den Kampf ziehen, statt über moralischen Relativismus zu quatschen“

    In einem Privatgespräch habe derselbe Mitarbeiter jedoch auch mitgeteilt, dass Gifford bislang „nur deshalb nicht verhaftet wurde, weil er ein Weißer und aus der Mittelklasse kommt“.

    Memories! Here's the training camp. We created man sized targets as we cleared buildings. You can just see the head of one target get blown apart!

    Posted by Macer Gifford on Thursday, August 20, 2015

    Gifford selbst glaubt, dass solche Diskussionen sehr wichtig sind: „Es gibt sicherlich mehrere Seiten des Konflikts. Aber es ist ja offensichtlich, dass man hierbei die Demokratie, Freiheit und die Menschen, die gegen die Ausbreitung der bösartigen Hass-Ideologie im Nahen Osten kämpfen, unterstützen sollte“, betont er. 

    In Syrien herrsche jetzt ein internationaler Konflikt und kein Bürgerkrieg mehr. Nun sei am Ende des Islamischen Staats und der Zukunft der Syrer die ganze Welt interessiert.

    „Ich hoffe, dass die Universitätsleitung noch begreifen wird, dass solche Gespräche wichtig sind und dass man sie den Studenten nicht verbieten darf, besonders wenn sie Wissbegierde zeigen und sich für den Konflikt und seine Parteien interessieren. Das ist Freiheit und Demokratie. Solche Treffen sind nicht nur in Großbritannien, sondern auch im Westen und der ganzen Welt angebracht“, fügte Gifford hinzu.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Meinungsfreiheit, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), Macer Gifford, Großbritannien, Syrien
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