17:31 18 Dezember 2017
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    Angela Merkel und Gerhard Schröder

    Altkanzler Schröder: Merkel mit großem Herz und kurzsichtigem Blick

    © AP Photo/ Franka Bruns
    Politik
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    Gegenüber der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel verhält sich Gerhard Schröder ambivalent – sie sollte menschlicher erfolgen, allerdings zeitgleich mit einer Begrenzung des Zugangs nach Europa, berichtet „Der Spiegel“.

    „Frau Merkel hatte Herz, aber eben keinen Plan", sagte Schröder am Montag bei einem Vortrag beim österreichischen Energiekonzern OMV.

    In seiner Rede sprach sich der Ex-Bundeskanzler dafür aus, dass der Flüchtlingsstrom kontrolliert und sogar begrenzt werden sollte. „Eine Politik der Abschottung wird genauso wenig funktionieren wie eine Politik der einfach nur offenen Tür", betonte der Politiker jedoch.

    Vielmehr setzte er sich für die Idee von Einwanderungskontingenten ein, die den Flüchtlingen eine sofortige Arbeitsaufnahme ohne vorheriges Asylverfahren gewähren würde. Mit den Bootsflüchtlingen aus Vietnam habe man auf diesem Gebiet ja bereits Erfahrungen gesammelt.

    Die Flüchtlinge sollten also innerhalb der EU fair verteilt werden, wobei bei allen europäischen Entscheidungen immer der humanitäre Anspruch im Mittelpunkt stehen sollte: "Kein Mensch darf auf der Flucht durch Europa sterben", fügte er hinzu.

    Merkels Entscheidung sei in dieser Hinsicht zwar richtig gewesen, doch mit den Folgen habe man rechnen müssen: „Darauf nicht rechtzeitig angemessen reagiert zu haben, ist ein ernster Fehler der europäischen und auch der deutschen Politik“, so der Kanzler.

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    Tags:
    OMV, Angela Merkel, Gerhard Schröder, Deutschland
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