20:43 17 Dezember 2017
SNA Radio
    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    Stoltenberg: NATO strebt Dialog mit Russland an – aber auf Grundlage der Stärke

    © REUTERS/ Eric Vidal
    Politik
    Zum Kurzlink
    388139

    Das westliche Militärbündnis möchte eine noch größere Konfrontation mit Russland vermeiden, baut jedoch die Militärpräsenz an den russischen Grenzen aus, wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei seinem Besuch in Stockholm am Dienstag äußerte.

    „Wir streben eine Zusammenarbeit und einen Dialog mit Russland an. Diese Zusammenarbeit muss jedoch auf Stärke beruhen  — es gibt keinen Widerspruch zwischen einer starken Verteidigung und einem politischen Dialog", sagte er in einem Interview für die Zeitung Svenska Dagbladet.

    Zur gleichen Zeit habe die NATO ihre militärische Präsenz im Bereich der Ostsee und in den baltischen Ländern ausgeweitet: Die Luftüberwachung, die Anzahl der Schiffe in der Ostsee und die zahlenmäßige Stärke der Truppen in den baltischen Staaten und in Polen sei erhöht worden, teilte Stoltenberg mit.

    „Wir wollen eine Eskalation, einen neuen Kalten Krieg und Konfrontation vermeiden. Daher lautet unsere ständige Botschaft an Russland wie folgt: Wir wollen eine Zusammenarbeit, diese Zusammenarbeit muss jedoch auf Achtung basieren“, betonte Stoltenberg.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Nato hatten sich wegen der Differenzen im Ukraine-Konflikt verschlechtert. Russland sprach von einer beispiellosen Zunahme der Militärpräsenz der Nato an seinen Grenzen, und die Nato von einer wachsenden „Bedrohung“ durch Russland. Bei seiner Rede im Atlantikrat sprach Admiral Mark Ferguson mehrfach von der Notwendigkeit, wegen der zugenommenen Möglichkeiten der russischen Streitkräfte die Verteidigungsfähigkeit der Nato zu stärken.

    Moskau spricht bereits von einer „beispiellosen Erhöhung der Aktivitäten der Nato“ vor seinen Grenzen. In der Ukraine-Krise hat das nordatlantische Bündnis die Bildung einer neuen schnellen Eingreiftruppe in Osteuropa beschlossen und die Luft-Patrouillen über dem Baltikum verstärkt. Zudem stationierte das Bündnis im Baltikum zusätzliche Jagdflugzeuge und schickte Schiffe in die Ostsee und ins Mittelmeer.

    Darüber hinaus baut die Nato neue Militärstützpunkte und verstärkt ihre Truppen in Osteuropa. Im Mai hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama berichtet,  dass das nordatlantische Bündnis jetzt so stark sei wie noch nie seit dem Kalten Krieg.

    Zum Thema:

    Deutsche Kampfjets im Baltikum – Wagenknecht: „Brandgefährliche Kriegsspiele“
    US-Bomber in Estland: Fünf Minuten Anflugzeit bis Petersburg
    EU-Bürokratie umgehen: US-Panzer könnten als „Traktoren“ verlegt werden
    Nato will „wegen Russland“stärkere Präsenz im Mittelmeer
    Tags:
    Kalter Krieg, NATO, Jens Stoltenberg, Baltikum, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren