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    Forbes-Analyst: Jazenjuk erleidet ein Fiasko – Staatspleite naht

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    Ukrainische Finanz- und Schuldenkrise (85)
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    Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf Default-Niveau und ein näherkommender Staatsbankrott symbolisieren das Fiasko der Regierung unter Arseni Jazenjuk. Zu diesem Schluss kommt der Forbes-Analyst Kenneth Rapoza.

    „Unser Kerl Jatz (Jatzenjuk – d. Red.) erleidet ein Fiasko. Wie erwartet“, schreibt Rapoza.

    Dem Analysten zufolge spricht Kiews „sehnlichster Ratingstatus“, den Fitch auf das Niveau D herabsetzte, für ein unvermeidliches Default durch einen Teil der Außenschulden. Zuvor hätte Kiew es nicht geschafft, Eurobonds im Wert von 250 Millionen Dollar zurückzuzahlen, so Rapoza.

    Der Ratingstatus der Ukraine bleibt laut Fitch auf dem Niveau des „eingeschränkten Defaults“ (CCC-). Der Forbes-Analyst erinnert seine Leser daran, dass der Ratingstatus herabgestuft wurde, nachdem das Land im September seine Schulden in Höhe von 500 Millionen Dollar nicht rechtzeitig zurückzahlen konnte.

    Aus Sicht des Analysten werde die Ukraine ihre Staatsschulden kaum zurückzahlen können. „Die Herabsetzung des Ratings zeigt, wie schwach die wirtschaftliche Situation im Land nach der zweijährigen politische Krise ist“, so Rapoza.

    Die starke politische Krise in der Ukraine beeinflusse deren Wirtschaft und den Haushalt des Landes, der sich de facto am Rande der Staatspleite befinde. Die internationalen Kreditoren der Ukraine korrigierten im Herbst ihre Prognosen in Bezug auf die Dynamik des Bruttoinlandprodukts des Landes im Jahr 2015.

    Der IWF erwartet inzwischen die Schrumpfung des BIP der Ukraine im laufenden Jahr um elf Prozent statt bisher angenommenen neun Prozent. Die negative Prognose der Weltbank ist auf zwölf statt der früheren 7,5 Prozent angestiegen.

    Die Arbeitslosigkeit im Land wächst, die nationale Währung ist innerhalb eines Jahres auf ein Drittel ihres Wertes gesunken. Infolgedessen betrug, den Angaben des Finanzministeriums der Ukraine zufolge, der Durchschnittslohn im Land im Januar dieses Jahres 3.455 Griwna (etwa 160 US-Dollar). Das ist einer der niedrigsten Werte in Europa.

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    Tags:
    Staatsbankrott, Schulden, Arbeitslosigkeit, Rating, Weltbank, IWF, Arsseni Jazenjuk, Ukraine