05:29 15 November 2018
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    Europa zahlt den Preis für US-Politik im Nahen Osten - Duma-Außenpolitiker

    © AFP 2018 / TOBIAS SCHWARZ
    Politik
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    Europa ist gezwungen, die Folgen der US-amerikanischen Politik im Nahen Osten zu tragen, sagte der russische Außenpolitiker Alexej Puschkow. So kommentierte er die Erklärung des US-Sicherheitsrates, dass trotz des Blutbades in Paris mit mehr als 120 Toten und 300 Verletzten keine Gefahr für die USA bestehe.

    Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates zu den Terroranschlägen in Paris erklärte das Weiße Haus am Sonntag, dass es keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA gebe, berichten US-Medien.

    „Die Vereinigten Staaten haben erklärt, dass es keine Bedrohung für sie gibt. Tja, für ihre Politik im Nahen Osten zahlt ja Europa den Preis. Nun ist die Zeit gekommen, mit Russland eine gemeinsame Sprache zu finden", schrieb er auf seiner Twitter-Seite.

    Die französische Hauptstadt war am Freitagabend von einer Anschlagsserie erschüttert worden. Bei Explosionen am Stade de France, einer Massengeiselnahme in der Konzerthalle Bataclan und Schüssen auf Cafés sind laut offiziellen Angaben mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 weitere wurden verletzt, fast 100 davon schwer.

    In Syrien dauert seit 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 250.000 Menschenleben gefordert hat. Den Regierungstruppen stehen nicht nur vom Westen unterstützte bewaffnete Regimegegner, sondern auch diverse Terrorgruppen wie die Al-Nusra-Front oder der „Islamische Staat“ gegenüber. Letztgenannter konnte in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens erobern.

    Eine einheitliche Front gegen den IS gibt es bislang nicht. Gegen die Gruppierung kämpfen Regierungstruppen Syriens und des Irak, aber auch Kurden, libanesische und irakische Schiiten sowie inzwischen auch russische Luftstreitkräfte. Die von den USA angeführte internationale Koalition beschränkt sich auf Bombenangriffe.

    Frankreichs Luftwaffe hatte Ende September ihre ersten Angriffe auf IS-Positionen in Syrien geflogen. Regierungschef Manuel Valls hob damals hervor, dass die Bombardements als Maßnahme der „Selbstverteidigung“ nötig waren.

    Anfang der vergangenen Woche griff die französische Luftwaffe Ölanlagen des Islamischen Staates in Syrien an. „Unser Hauptanliegen besteht darin, das Finanzpotential des IS durch die Zerstörung von Ölanlagen in den Gebieten zu untergraben, die von diesem Terrornetzwerk kontrolliert werden“, hieß es in einer Mitteilung des französischen Militärs.

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