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23:50 21 September 2019
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    Mehr Verteidigungs-Kooperation zwischen Moskau und Teheran: „Das ist Realpolitik“

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
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    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Im Mittelpunkt des aktuellen Iran-Besuchs des russischen Vizepremiers Dmitri Rogosin steht die Kooperation im Verteidigungs- und Forschungsbereich. Demnächst kommt auch Wladimir Putin nach Teheran. Experten betrachten die geplanten Raumfahrt-Projekte sowie die Lieferung russischer S-300-Raketen an den Iran als durchaus logisch.

    Die russische Botschaft im Iran teilte am Dienstag mit: „Dmitri Rogosin trifft heute in Teheran ein. Ihn begleitet eine Delegation, der russische Fachleute und Forscher aus dem Verteidigungs- und Raumfahrtbereich angehören.“ Im Laufe seines zweitägigen Besuchs soll der russische Vizepremier insbesondere mit dem für Wissenschaft zuständigen iranischen Vizepräsidenten Sorena Sattari sowie mit Verteidigungsminister Hossein Dehghan zusammentreffen.

    Die russische Botschaft erläuterte: „Der Besuch zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen dem Iran und Russland im Verteidigungsbereich zu festigen. Methoden sollen besprochen werden, um diese Festigung durch Verträge zu erzielen.“

    Vor einigen Tagen hatte Russland eine Lieferung seiner S-300-Luftabwehrsysteme an den Iran angekündigt. „Der Vertrag ist schon unterzeichnet“, bestätigte Sergej Tschemsow, Chef der russischen Staatsholding Rostec. 

    Wie die russische Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtet, soll die von Rogosin geleitete Delegation nun auch gemeinsame Raumfahrtprojekte erörtern. Im Mai 2014 hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bereits eine Palette von Kooperationsbereich vereinbart. Unter anderem ging es darum, iranische Satelliten mit russischen Raketen ins All zu schießen, Satelliten im Sinne der Fernerkundung der Erde für den Iran zu bauen sowie künftig möglicherweise auch iranische Raumfahrer in Russland zu trainieren.

    Sukhoi Superjet 100
    © Sputnik / Vladimir Astapkovich

    Der russische Nahost-Experte Dmitri Pawlow sagte dem Blatt: „Der Iran will eine Regionalmacht sein. Raumfahrt-Technologien sind ein wichtiges Attribut dafür. Russland mit seiner entwickelten Raumfahrt-Industrie und mit seinen guten Beziehungen zu dem Iran rückt natürlich allen voran ins Visier.“

    Am 23. November will auch Wladimir Putin den Iran besuchen, um an dem dortigen Forum Gas exportierender Länder teilzunehmen. Im diesem Zusammenhang telefonierte der russische Präsident mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Rohani.

    In einem Kommentar für den Radiosender Kommersant FM analysierte der russische Energieexperte Konstantin Simonow Moskaus Politik in der Golfregion: „Zu einer Freundschaft zwischen Russland und den dortigen Monarchien wird es sowieso nicht kommen. Politisch bleiben wir Opponenten. Saudi-Arabien und Katar finanzieren nach wie vor die syrische Opposition … Da sich Russland in die Nahost-Spiele involviert hat, sollte man die dortigen Widersprüche nutzen. Vor diesem Grund erscheint der S-300-Deal mit dem Iran ziemlich logisch. Das ist Realpolitik – anders geht's nicht.“

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    Tags:
    S-300, Hassan Rohani, Dmitri Rogosin, Russland, Iran