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    Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 (141)
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    Der aus Brüssel stammende französische Staatsbürger Bilal Hadfi hat seit dem Beschuss der Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zunehmend eine Neigung zum Radikalismus gezeigt. Laut seinem Dozent hat er die Attentäter gerechtfertigt und das Verbot der Redefreiheit im Land unterstützt.

    Der 20-Jährige und somit jüngste der Selbstmordattentäter  bei den  Anschlägen vom 13. November in Paris war im Februar nach Syrien gereist und seitdem nicht mehr zurückgekehrt.  Im Verzeichnis der belgischen Sicherheitsdienste stand laut der „Libre Belgique“ der Vermerk „Kämpfer in Syrien“.

    Noch am 3. November hatte die Zeitung mit Hadfis Mutter Fatima gesprochen, als sie eine Reportage über Mütter von in Syrien kämpfenden Dschihadisten machte. Heute verweigert Fatima jedoch jegliche Gespräche.

    Der künftige Terrorist, der sich vor dem Stade de France in die Luft gesprengt hat, studierte Energetik an einer der flämischsprachigen Universitäten Brüssels und lebte zusammen mit seiner Familie zuerst im Zentrum der belgischen Hauptstadt, zog jedoch später laut Mitteilungen des Fernsehsenders Tele Bruxelles in eine Sozialwohnung in der Forest-Commune um.

    Nachdem im Januar dieses Jahres ein blutiger Anschlag auf die Pariser Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ verübt worden war, neigte Hadfi zusehends zum Radikalismus. Ein Uni-Dozent  sagte in einem TV-Interview, dass sein Student bei Gesprächen die Attentäter verteidigte und für ein Verbot der Redefreiheit eintrat. Darüber informierte er damals auch die Universitätsverwaltung.

    Im Februar ging Hadfi nach Syrien, sagte seiner Familie aber, dass er nach Marokko zum Grab seines Vaters fahre. Seitdem ließ er sich nicht mehr Zuhause blicken. Laut seiner Mutter Fatima hat er noch vor der Reise gewusst, dass er nicht mehr zurückkehren würde. 

    Einige Tage später teilte er seiner Schwester mit, dass er in Syrien sei.

    Bei Gesprächen mit der Mutter rief er sie nach Syrien, um dort bei der Schaffung eines „Islamischen Staates“ mitzuwirken, sie wollte jedoch nicht und bat ihn, heimzukehren.

    Drei Monate vor der Pariser Tragödie stellte er jeglichen Kontakt mit der Familie ein, indem er alle Anrufe und E-Mails unbeantwortet ließ.

    Die Mutter hat die Polizei nicht benachrichtigt, jedoch hatten die Sicherheitsdienste ihren Sohn auf die Liste der Kämpfer in Syrien gestellt. Im März 2015 führte die belgische Polizei eine Hausdurchsuchung in der Wohnung der Familie Hadfi durch. Einen Tag darauf drangen Mitarbeiter der Anti-Terror-Abteilung in die Wohnung ein. Später ließen sich dort erneut föderale Polizisten sehen.

    Bei der blutigen Anschlagsserie in Paris in der Nacht zum Samstag sind laut jüngsten Angaben 129 Menschen getötet worden, 300 Personen wurden verletzt. Offenbar sind acht Attentäter tot. Sieben haben sich nach Polizeiangaben selbst in die Luft gesprengt, einer wurde von Polizisten erschossen. Die Anschläge wurden an mindestens sechs Orten in Paris verübt.

    Im Pariser Club „Bataclan“ richteten Terroristen ein Massaker mit mindestens 80 Toten an. Die Attentäter riefen nach Zeugenaussagen "Allah Akbar" (Gott ist groß). In der Nähe des Nationalstadions kam es zu Explosionen mit vier Toten. Präsident Hollande verhängte den Ausnahmezustand über ganz Frankreich und ordnete die Schließung der Grenzen an. Er macht den IS für die Anschläge verantwortlich.

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