23:53 19 Oktober 2017
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    FBI-Chef James Comey

    FBI kann IS-Post nicht lesen – Chef gesteht Versagen

    © AP Photo/ Cliff Owen
    Politik
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    Das FBI ist beim Versuch, den Schriftwechsel von IS-Terroristen zu entschlüsseln, in eine Sackgasse geraten. Wie The Wall Street Journal berichtet, hat der Direktor der US-Bundespolizei, James Comey, das Versagen eingestanden.

    Comey zufolge verfolge das FBI den Schriftverkehr zwischen Anwerbern und potentiellen Terroristen und kontrolliere die E-Mails von Terror-Sympathisanten, nachdem die entsprechende gerichtliche Erlaubnis ausgestellt würde. Sobald jemand den Wunsch äußere, Selbstmordattentäter zu werden, würden die Terroristen jedoch auf verschlüsselte Plattformen wechseln.

    Diese Erklärung des FBI-Chefs war ein Teil der öffentlichen Kampagne, die Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden initiierten, um Zugang zu entschlüsselten Privathandys und Kommunikationen zu bekommen – vor dem Hintergrund neuer Geräte und Software, die von Unternehmen erarbeitet und weitergebracht werden, um der staatlichen Totalüberwachung entgegenzuwirken.  

    Die Terroranschläge von Paris könnten die Billigung dieses Gesetzes anregen, das die Interessen der nationalen Sicherheit vor das Recht des Bürgers auf Briefgeheimnis stellen, so The Wall Street Journal.

    Der Islamische Staat demonstrierte bereits ernsthafte Fortschritte im Technologiebereich. Extremisten veröffentlichten mehrere Lehrmittel, die demonstrieren, wie eine E-Überwachung selbst mit minimalen finanziellen Mitteln vermieden werden kann. Terroristen stellten ein Video ins Netz, das zwigt, welche Möglichkeiten der Lauschangriffe und Aufspüren von Handys die Geheimdienste hätten. Der IS stellte zudem ein Rating von Handy-Herstellern und Entwicklern  mobiler Anwendungen zusammen, die am sichersten seien.

    Der Staatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance, sagte seinerseits, dass es selbst die entsprechende Gerichtsentscheidung nicht ermögliche, einen Zugang zu Mobilgeräten in mehr als 100 Fällen, mit denen sich sein Büro auseinandersetzte, zu bekommen. Neue Software von Apple Inc. und Google ermöglichten den Ermittlern nicht, Geräte ohne ein Passwort des Besitzers freizuschalten. Selbst die Behörde selbst konnten eigene Geräte nicht aufbrechen.

    Letztes Jahr erklärte der Apple-Chef Tim Cook, dass die Sicherheit und der Schutz von Benutzerdaten „fundamental“ für Apple-Geräte seien. Er machte deutlich, dass Apple nie für die Regierung und Geheimdienste arbeitete und ihnen den Zugang zu eigenen Geräten oder Unternehmen-Servern niemals bereitstellte.       

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Datenschutz, Geheimdienst, Terroranschläge in Paris, James Comey, USA
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