12:50 27 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1282)
    5542
    Abonnieren

    In das frühere DDR-Ministerium für Staatssicherheit in Berlin sind vorübergehend etwa 500 Migranten eingezogen, berichtet Spiegel-Online unter Berufung auf die Sprecherin der Sozialverwaltung, Monika Hebbinghaus. Eine andere riesige Immobilie stehe dagegen weiterhin leer, obwohl dafür 570.000 Euro Miete pro Monat ausgegeben würden.

    In dem Gebäude war zu DDR-Zeiten das Büro der Auslandsspionage. Es ist Teil eines großen Bürokomplexes, in dem einst rund 7.000 Stasi-Mitarbeiter, einschließlich Stasi-Chef Erich Mielke, arbeiteten.

    Die ersten Asylsuchenden waren am Donnerstagabend eingetroffen, so Spiegel-Online. Hebbinghaus zufolge gebe es im Gebäude Platz für noch mehr Menschen, als bereits dort wohnen. Dafür müsste es aber zunächst ausgerüstet werden.

    In Berlin würden aktuell heftige Debatten über die Nutzung großer, leer stehender Gebäude geführt. Ein Mitglied der Grünen-Partei, Hans-Christian Ströbele, äußerte auf seiner Facebook-Seite Unverständnis darüber, warum der frühere Sitz des Bundesinnenministeriums mit Hunderten Räumen am Spree-Ufer zumindest vorübergehend nicht für Migranten zur Verfügung gestellt werde.

    „Wie glaubt die Bundesregierung immer noch rechtfertigen zu können, dass die verlassenen, beheizbaren, mit Strom und Wasser versorgten 850 Räume des ehemaligen Bundesinnenministeriums in Berlin-Moabit seit April weiter leer stehen, obwohl sie bis Juli nächsten Jahres monatlich 570.000 Euro Miete dafür zahlt“, zitiert Spiegel Ströbele.

    Berliner Bürgermeister habe sogar die Beschlagnahme von leer stehenden Immobilien in Erwägung gezogen, weil es an Notunterkünften für Asylsuchende fehle. Vor diesem Hintergrunde fragt sich Ströbele, warum die Bundesregierung nicht alle rechtlichen Möglichkeiten ausnutzt, um die Räume über den kommenden Winter als Notunterkunft für Migranten zur Verfügung stellen zu können.

    Spiegel-Online zufolge hat die Bundesregierung bislang noch keine öffentliche Antwort darauf gegeben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1282)

    Zum Thema:

    Deutschland schreckt Flüchtlinge mit Plakaten ab - lieber unsicheres Afghanistan
    Deutschland: Wieder alle Flüchtlinge zurück ins EU-Einreiseland - Medien
    Schweden an Flüchtlinge: Bleibt besser in Deutschland
    Flüchtlingskrise: Rund 47.000 weitere Migranten in Deutschland eingetroffen
    Tags:
    Flüchtlingsheim, Migranten, Facebook, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin