17:08 14 November 2019
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    Nach den Anschlägen von Paris: Europa und USA sehen in Russland unersetzbaren Partner

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    Politik
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    Nach den Terroranschlägen in Paris sind sich die westlichen Länder dessen bewusst geworden, dass sie eine Partnerschaft mit Russland für den gemeinsamen Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat brauchen. Darüber berichten westliche Medien.

    Der französische Präsident François Hollande hat laut Tom Rogan von der „National Review“ die Zusammenarbeit mit Russland über die Unstimmigkeiten um Baschar al-Assad gestellt. Holland habe vor, demnächst Moskau zu besuchen, wobei die Außenämter der beiden Länder vereinbart hätten, ihre Handlungen beim Anti-IS-Kampf zu koordinieren.

    Der Grund dafür, dass Frankreich „Russland in die Armestürzt“, sieht Rogan in der schwachen Politik von US-Präsident Barack Obama. „Nachdem der US-amerikanische Präsident so plump auf die Untaten des IS reagiert hat, nimmt Frankreich von Obama Abstand. Und nicht nur Frankreich“, schreibt Rogan weiter.

    Auch verschiedene Institutionen der EU reichen Moskau die Hand, schreibt die Onlinezeitung „EUobserver“. Die EU-Kommission habe vorgeschlagen, engere Handelsbeziehungen zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion zu etablieren, und das Europaparlament habe „das Tabu gebrochen“, das für die Teilnahme russischer Politiker an den Sitzungen gegolten hatte, indem die sozialistische Fraktion die russischen Politiker Alexej Puschkow und Konstantin Kossatschjow zu einer Sitzung eingeladen hatte.

    Das „Slate“-Magazin räumte Russland gar die Stellung einer „unersetzbaren Weltmacht“ ein, wobei das Blatt für die USA keinen anderen Weg als eine Kooperation mit Russland sieht. „Jetzt, wo die Syrien-Regelung besonders notwendig ist, hat Obama keine andere Wahl, als Putin ernst zu nehmen“, so „Slate“.

    Während Obama im März 2014 von Russland als von einer „Regionalmacht“ gesprochen habe, werde er diese Worte heute kaum wiederholen, glaubt N-TV-Reporterin Gudula Hörr. Das Weiße Haus sei sich seiner Abhängigkeit von Russland anscheinend bewusst, und daher bezeichne Obama Russland als einen „konstruktiven Partner“.

    Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland laut Hörr eine eher erzwungene Partnerschaft angesichts eines gemeinsamen Feindes. „Doch immerhin ist dem Westen klar: Russland ist keine Regionalmacht, an Moskau führt im Kampf gegen den Terror kein Weg vorbei“, unterstreicht die Journalistin.

    Auch Ingo Mannteufel, der Leiter der osteuropäischen Abteilung der „Deutschen Welle“, ist überzeugt, dass der Westen mit Russland zusammenarbeiten muss: „Statt moralinsaurer Deklarationen, mit wem man alles nicht zusammenarbeiten dürfte, sollten die Anschläge von Paris endlich zu einer klar fokussierten Realpolitik führen. Dazu sind konkrete Ziele und Bedingungen notwendig. Erstens muss die islamistische Endzeit-Sekte des IS völlig zerschlagen werden – in Syrien, im Irak und auch in Europa. Dazu gehören Druck auf die Unterstützer der Terrormiliz in den Golfstaaten und eine enge militärische Abstimmung mit Russland.“

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, EU, Barack Obama, Wladimir Putin, Alexej Puschkow, Konstantin Kossatschjow, Russland