03:36 11 Dezember 2019
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    Flugzeugabsturz an syrisch-türkischer Grenze

    Nach Abschuss russischen Bombers durch Türkei: Athen mit Moskau solidarisch

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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hat seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in einem Telefongespräch seine Solidarität mit den russischen Einschätzungen der Handlungen Ankaras ausgesprochen und diese ebenfalls als nicht freundschaftlich und den Interessen des Anti-IS-Kampfes zuwiderlaufend bezeichnet.

    Dies verlautete aus dem russischen Verteidigungsamt.

    „Im Namen der Führung des Landes hat der griechische Minister sein Beileid im Zusammenhang mit dem Abschuss des russischen Flugzeuges durch die türkischen Luftstreitkräfte und dem Tod des Piloten geäußert, der in Syrien Antiterroraufgaben erfüllt hatte. Athen ist solidarisch mit der Einschätzung des russischen Präsidenten, der die Handlungen Ankaras als nicht freundschaftlich und den Zielen der Anti-IS-Koalition zuwiderlaufend bezeichnet hatte“, hieß es im Außenamt.

    Laut dem russischen Ministerium ist für Athen der provokative Charakter der türkischen Linie eingedenk regelmäßiger zahlreicher Verstöße der Türkei gegen den griechischen Luftraum besonders sichtbar.

    „Von der russischen Seite wurde erneut der Aufruf zur Kooperation und zu einem internationalen Schulterschluss im Kampf gegen den Terrorismus zur Sprache gebracht“, so die Behörde weiter.

    Obwohl die beiden Länder Nato-Mitglieder sind, verletzte die Türkei wiederholt die griechische Seegrenze. Von Januar bis Juli wurden 175 derartige Verstöße gemeldet.

    Außerdem erkennt dir Türkei den 10-Meilen-Luftraum um die griechischen Inseln nicht an, was zu zahlreichen Vorfällen führt, wobei griechische Luftstreitkräfte türkische Flugzeuge verfolgen müssen, die in den Luftraum des Landes eindringen.

    Laut den Angaben des Generalstabs der griechischen Luftwaffe wurden 2014 insgesamt 1.269 Verletzungen des Luftraums durch türkische Flugzeuge fixiert. Vom Januar bis Oktober 2015 wurden 1.233 Verstöße registriert.

    Vor diesem Hintergrund sorgte der Abschuss des russischen Bombers durch eine türkische Rakete für einen breiten Nachhall im Land. Viele griechische Medien diskutieren darüber, was wäre, wenn Griechenland türkische Flugzeuge für ähnliche Vergehen, wie das, das dem russischen Kampfjet vorgeworfen wird, abschießen würde.

    „Die türkische Seite nimmt es nicht so genau, wenn es um Verstöße gegen den griechischen Luftraum geht“, schreibt die Zeitung „Protothema“. Im Mai habe Verteidigungsminister Panos Kammenos vorgeschlagen, so die Zeitung, auf einer der Inseln im Ägäischen Meer eine Nato-Basis zu bauen, damit die Allianz sich ein Bild von den türkischen Handlungen in der Region machen könne.

    Am Dienstag stürzte ein russischer Su-24-Bomber bei der Erfüllung einer Kampfaufgabe in Syrien ab. Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, dass das Flugzeug von einer türkischen Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden und vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt abgestürzt sei. Putin bezeichnete den Vorfall als „Dolchstoß in den Rücken“ seitens der Helfershelfer von Terroristen.

    © Ruptly .
    Kampfjet-Abschuss: Russlands Verteidigungsamt zeigt Su-24-Flugdaten

    Laut Angaben des russischen Generalstabs hat der Bomber den türkischen Luftraum nicht verletzt, was durch Informationen der syrischen Luftverteidigung belegt wird. Die Türkei behauptet, dass das russische Flugzeug in ihren Luftraum eingedrungen sei.

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    Su-24, NATO, Türkei, Griechenland, Syrien, Russland