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    Su-24-Abschuss: Moskau erwartet von Ankara Entschuldigung und Schadenersatz – Putin

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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Wie der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag sagte, sind Entschuldigungen seitens der türkischen Landesführung, Schadenersatz und die Bestrafung der Schuldigen genau das, was Russland von der Türkei erwartet, die am Dienstag einen russischen Su-24-Bomber in Syrien abgeschossen hat.

    Das russische Flugzeug wurde von einer Luft-Luft-Rakete von einer türkischen F-16-Maschine aus  abgeschossen und stürzte vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ab.  Einer der beiden Piloten kam ums Leben, der zweite konnte gerettet werden.

    Russland betrachtet den Vorfall als einen „Messerstich in den Rücken“ seitens der Helfershelfer von Terroristen. Die Türkei behauptet, dass das russische Flugzeug ihren Luftraum verletzt habe. Russlands Generalstab erklärte jedoch, dass die SU-24 die türkische Grenze nicht überquert hatte, was auch von Informationen der syrischen Luftverteidigung belegt wird.

    Dem gesunden Verstand und dem Völkerrecht zuwider

    Putin ist überzeugt, dass die Handlungen der türkischen Luftstreitkräfte dem Völkerrecht zuwiderlaufen, Ankara dementiert dies jedoch. 

    „Das, was vor zwei Tagen im Himmel über Syrien geschehen ist, widerspricht dem gesunden Menschenverstand und dem Völkerrecht. Das Flugzeug wurde über syrischem Territorium abgeschossen. Dabei hören wir bisher weder deutliche Entschuldigungen der höheren politischen Ebene der Türkei noch Vorschläge über Schadenersatz noch Versprechen, die Verbrecher für das Vergehen zu bestrafen“, sagte der russische Präsident am Donnerstag bei der Überreichung von Beglaubigungsschreiben ausländischer Botschafter im Kreml. 

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    Kampfjet-Abschuss: Russlands Verteidigungsamt zeigt Su-24-Flugdaten

    Anders als Verrat sei die Situation kaum einzuschätzen, so Putin, besonders angesichts der Tatsache, dass Moskau in Ankara einen Partner und Verbündeten gesehen habe. „Ich kann nicht sagen, dass wir die verbrecherischen Schläge in unseren Rücken von denen, die wie als unsere Partner und Verbündete betrachtet haben, für völlig unerklärlich halten“, fügte der russische Staatschef hinzu.

    Beziehungen laufen in eine Sackgasse

    Putin brachte außerdem sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass die entstandene Lage die Beziehungen Moskau – Ankara in eine Sackgasse treibt.

    „Es entsteht der Eindruck, als würde die türkische Führung die russisch-türkischen Beziehungen in eine Sackgasse treiben. Wir bedauern dies sehr“, sagte er. Jegliche Versuche, den Terrorismus zu begünstigen, seien als Beteiligung zu betrachten, fügte Putin hinzu.

    „Dieses Übel (dem Terrorismus – d. Red.) muss man kompromisslos, konsequent bekämpfen. Wir finden, dass die Versuche, den Terrorismus reinzuwaschen, die Terroristen zu begünstigen, faktisch als Beteiligung am Terror, als Beteiligung an Verbrechen eingestuft werden sollten“, so Putin.

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    Manche verdienen laut Putin an der Zusammenarbeit mit der Terrorgruppe Islamischer Staat Milliarden Dollar. „Terroristen, deren illegitimer Handel mit Öl, Menschen, Drogen, Kunstgegenständen und Waffen, werden nicht nur nach wie vor begünstigt, sondern so mancher verdient weiterhin daran und zwar Hunderte Millionen und Milliarden Dollar“, unterstrich der russische Staatschef.

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    Su-24, F-16, Wladimir Putin, Türkei, Syrien, Russland