20:58 24 Juni 2017
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    Öl in Syrien

    Ölschmuggel: Türkei zahlt IS bis zu 40 Millionen Dollar pro Monat - Medien

    © AFP 2017/ Alice Martins
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    Nach dem Abschuss des Su-24-Kampfjets hat Russlands Präsident Wladimir Putin die türkische Regierung als "Helfershelfer der Terroristen" bezeichnet, die den IS mitfinanzieren würden. Berichte von Ölgeschäften mit dem IS scheinen aber nun tatsächlich zu erklären, wieso Ankara mit der russischen Luftoperation äußerst unzufrieden sein dürfte.

    Nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“, ist die Türkei der Hauptabnehmer des IS-Öls. Türkische Geschäftsleute hätten Verträge mit IS-Vertretern abgeschlossen, wonach die Terrormiliz mindestens 10 Millionen Dollar pro Woche für ihr Öl bekomme. Einem Bericht der New York Times zufolge, schätzen US-Behörden den Erlös des IS allein aus der Türkei auf insgesamt 40 Millionen Dollar pro Monat.

    Laut türkischen und syrischen Medienberichten wird der Ölexport aus den vom IS okkupierten Territorien von niemand anderem als Bilal Erdogan, dem Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, kontrolliert. Bilal Erdogan soll gleich mehrere Schifffahrtsunternehmen besitzen. So habe er unlängst einen Vertrag für den Transport des IS-Öls nach Asien abgeschlossen.

    In den vergangenen Wochen teilte der Kreml mehrmals mit, dass es Hinweise darauf gebe, dass das von Terroristen geförderte Öl an die Türkei geliefert werde. Zur gleichen Zeit hatte die russische Luftwaffe großflächige Luftschläge gegen Ölanlagen, Raffinerien, tausende Tankwagen und Ölkonvois des IS durchgeführt, was in der Türkei wohl nicht unbemerkt geblieben ist.

    „In Bezug auf die Islamisten ist der Kurs Ankaras undurchsichtig: Ungehindert ließ Erdogan über viele Monate Terroristen über die Türkei nach Syrien einreisen. Heute hat er den USA einen türkischen Luftwaffen-Stützpunkt zur Verfügung gestellt, von wo aus die Amerikaner IS bombardieren.“, schreibt die Bild-Zeitung am Freitag. 

    Dabei sei die Türkei nicht das einzige Land, das mit den IS-Terroristen „schmutzige Öl-Geschäfte“ treibe. Laut dem IS-Experten und Forschungsleiter am Barcelona Centre for International Affairs, Eckart Woertz, werde das Öl auch nach Jordanien geschmuggelt.

    Am Donnerstagabend hatte Putin nach den Verhandlungen mit seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande in Moskau mitgeteilt, dass er bereits beim jüngsten G20-Gipfel in Antalya von russischen Fliegern aus 5.000 Meter Höhe aufgenommene Fotos gezeigt habe, auf denen endlose Konvois von Ölzisternen zu sehen seien, wie diese in Richtung Türkei rollen. „Das sieht wie ein lebendiges Ölrohr aus“, so Putin. Der Rohstoff werde „in industriellem Umfang“ in die Türkei geliefert, fügte er hinzu.

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    Terrormiliz Daesh, Öl, Schmuggel, Bilal Erdogan, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Syrien, Russland
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