20:20 19 November 2019
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    Blackout auf der Krim

    Rückzieher wegen Kohlemangel: Kiew will Blackout der Krim beenden

    © AFP 2019 / Max Vetrov
    Politik
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    Nach sechs Tagen Blackout der Krim hat die ukrainische Regierung beschlossen, die Stromlieferungen an die russische Halbinsel so schnell wie möglich wiederaufzunehmen. Der Grund: Der Ukraine geht kurz vor dem Winter die Kohle aus und von der Wiederaufnahme der Stromversorgung der Krim verspricht sich Kiew mehr Kohle aus dem Donbass und Russland.

    „Wir müssen die Krim sofort wieder an das Stromnetz anschließen“, sagte der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin am Freitag. Das sei auf der heutigen Krisensitzung des Kabinetts zum Thema Energieversorgung offiziell beschlossen worden.

    „Wir sollen es nicht bis zum Genozid treiben“, so der ukrainische Minister weiter. „Wir brauchen nur eine 220-MW-Leitung einzuschalten, um den Grundbedarf (der Krim) zu decken und (…) um unsere Probleme mit der Kohle zu lösen.“

    Auf der Krisensitzung hatte Regierungschef Arseni Jazenjuk festgestellt, dass die Kohlereserven der Ukraine nicht für den ganzen Winter reichen würden. Er forderte die Ausarbeitung eines Krisenplans.

    Seit dem vergangenen Wochenende sind etwa 1,5 Millionen Menschen auf der Krim ohne Strom, nachdem in der benachbarten Ukraine Versorgungsleitungen gesprengt worden waren. Die Behörden der Halbinsel riefen den Notstand aus. Krankenhäuser und andere wichtige Gebäude werden nun durch Generatoren mit Strom versorgt.

    Daraufhin drosselte die nicht anerkannte Volksrepublik Donezk, auf deren Territorium das Steinkohlerevier Donbass (Donezbecken) liegt, die Kohlelieferungen an die Ukraine. Aus Donezk hieß es, die Einschränkung bleibe in Kraft, bis die Ukraine die Energieversorgung der Krim wiederhergestellt hat. Nach Angaben aus Kiew liefert auch Russland nur eingeschränkt Kohlen.

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