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    Israelischer Verteidigungsminister Mosche Jaalon

    Israel meldet Grenzverletzung durch russischen Jet – Problem unmilitärisch bereinigt

    © AFP 2019 / Gali Tibbon
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    Ein russischer Kampfjet hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv aus Syrien kommend versehentlich die israelische Luftgrenze über den Golanhöhen verletzt. Anders als die Türkei sah Israel jedoch von militärischer Reaktion ab: Das Problem wurde über den extra dafür eingerichteten „heißen Draht“ schnell erledigt.

    Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon teilte am Sonntag mit, der russische Pilot sei „wegen eines unbedeutenden Fehlers eine Meile (1,6 Kilometer) tief in unseren Luftraum eingedrungen“. „Mit ihm wurde sofort Kontakt hergestellt, woraufhin er abdrehte und nach Syrien zurückkehrte“, sagte der Minister dem Radiosender Kol Israel.

    „Weil russische Flugzeuge keine Angriffe gegen uns vorhaben, schießen wir sie nicht automatisch ab“, sagte Jaalon weiter. „Wir behindern sie nicht in Syrien und sie behindern uns nicht.“ Wann sich der Vorfall ereignete, sagte der Minister nicht. Eine Stellungnahme der russischen Seite liegt nicht vor.

    Vor rund einem Jahr hatte Israel unter ähnlichen Umständen über den Golanhöhen einen syrischen Kampfjet vom Himmel geholt. Um solche Vorfälle mit Russland zu vermeiden, hatten Tel Aviv und Moskau einen „heißen Draht“ eingerichtet. „Wir haben einen Kommunikationskanal installiert, um Missverständnisse zu vermeiden“, sagte der israelische Verteidigungsminister.

    Einen solchen Kommunikationskanal hatte es auch zwischen der Türkei und Russland gegeben. Laut russischen Angaben benutzte das türkische Militär diesen Kanal jedoch nicht, als es in dieser Woche einen russischen Jagdbomber im syrischen Grenzgebiet Latakia abschoss. Der überlebende Co-Pilot bestätigte, dass die Türkei ohne Vorwarnung gefeuert hätte.

    Nach türkischen Angaben verletzte der russische Bomber den Luftraum der Türkei. Moskau bestreitet das. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist der Jet ununterbrochen im syrischen Luftraum geflogen. Der Abschuss, bei dem einer der Piloten getötet wurde, hat die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara schwer belastet. Russlands Präsident Wladimir Putin verhängte wirtschaftliche Sanktionen gegen die Türkei.

    Nach dem Vorfall stellte Russland in Syrien Langstrecken-Flugabwehrraketen vom Typ S-400 auf. Wie aus Moskau hieß, sollen die Raketen mit einer Reichweite von 400 Kilometern für die Sicherheit russischer Kampfjets am Himmel über Syrien sorgen und „alle gefährlichen Ziele vernichten“

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September auf Bitte der Regierung in Damaskus Angriffe gegen die Terrororganisationen Daesh  und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Russische Jets haben laut Angaben aus Moskau bereits mindestens 2.700 Ziele zerbombt und Hunderte Dschihadisten getötet.

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    Tags:
    Israel, Syrien, Russland