09:37 21 September 2020
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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Moskau und Ankara unternehmen laut dem US-NATO-Botschafter Douglas Lute aus Sicht der NATO Schritte zur Deeskalation der Lage nach dem Abschuss des russischen Kampfjets Su-24. Die Wirtschaftssanktionen Russlands gegen die Türkei würden jedoch als ein ernster Schritt bewertet.

    „Dieser Vorfall betrifft nur Russland und die Türkei. Die Regierungen der beiden Länder bleiben angesichts dieser Frage im Kontakt. In den letzten Tagen konnte aus meiner Sicht eine Minderung der Rhetorik im Versuch, eine Deeskalation zu erzielen, beobachtet werden“, sagte Lute. Dem Botschafter zufolge nehmen die USA und die NATO diese Schritte an.

    „Wir sind der Meinung, dass der Dialog zwischen Moskau und Ankara in Gang gebracht wird. Wir hoffen, dass dieser Prozess fortgesetzt wird. Ich sehe keine Eskalation der Krise. Beide Seiten wollen das Gegenteil erzielen, obwohl gewisse Schritte unternommen wurden, die als durchaus ernsthaft betrachtet werden können, wie beispielsweise die Entscheidung von Seiten Russlands, Wirtschaftssanktionen zu verhängen“, so Lute weiter.

    Wladimir Putin
    © AP Photo / Maxim Shipenkov
    Am Samstag hatte der russische Staatschef Wladimir Putin einen „Erlass über die Gewährleistung der nationalen Sicherheit und besondere Wirtschaftsmaßnahmen gegen die Türkei“ unterzeichnet. Der auf der Webseite des Kremls veröffentlichte Erlass verbietet Charterflüge in die Türkei und untersagt den russischen Reiseveranstaltern, Reisen in die Türkei anzubieten. Russische Arbeitgeber dürfen ab dem 1. Januar keine türkischen Arbeitnehmer mehr einstellen.

    Zudem soll die Tätigkeit türkischer Organisationen in Russland eingeschränkt werden. „Bestimmte“ türkische Waren werden mit einem Importverbot belegt.

    Am 24. Oktober wurde ein russischer Frontbomber vom Typ Su-24 durch eine Luft-Luft-Rakete von einem türkischen F-16-Kampfjet über dem syrischen Gebiet abgeschossen und stürzte in Syrien vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ab. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Abschuss als einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer von Terroristen“. Wie der Generalstab der russischen Streitkräfte erklärte, habe die angegriffene Maschine die türkische Grenze nicht überflogen. Dies bestätigen die Daten der syrischen Flugabwehr, sowie die Schlussfolgerungen des Pentagon. Nach türkischen Angaben verletzte die russische Maschine den Luftraum der Türkei.

    Der nach dem Katapultieren am Fallschirm hängende Flugkommandant Oleg Peschkow wurde durch Terroristen auf unter Kontrolle von syrischen Turkmenen stehendem Territorium erschossen. Der gerettete Pilot Konstantin Murachtin teilte Journalisten mit, dass der russische Jagdbomber den türkischen Raum nicht verletzt und keine Warnungen von türkischen Piloten bekommen habe.

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    Abschuss, Dialog, Su-24, Türkei, USA, Russland