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    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    CNN verdächtigt NATO-Chef doppelter Standards in Grenzfragen

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    Politik
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    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg soll laut der CNN-Journalistin Hala Gorani doppelte Standards praktizieren.

    In einem CNN-Gespräch sagte Stoltenberg, die Türkei habe ein Recht auf die Verteidigung ihres Luftraumes. Zugleich sagte der NATO-Chef zu dem gegen die Türkei erhobenen Vorwurf, die Grenzen Griechenlands verletzt zu haben, es handle sich um eine ganz andere Situation.

    Gorani verwies Stoltenberg auf die Äußerungen des griechischen Premiers Aleksis Tsipras bezüglich einer mehrfachen Verletzung des griechischen Luftraumes durch türkische Flugzeuge. „Wie ist die Reaktion der NATO darauf?“, fragte die Interviewerin.

    Das seien „ganz unterschiedliche Situationen“, so Stoltenberg. Die Türkei liege im Epizentrum einer „schwierigen und instabilen“ Situation an den Grenzen zu Syrien und zum Irak und befinde sich dadurch unter besonderen Bedingungen. 

    Auf die Bemerkung der Journalistin hin, ob es sich womöglich um doppelte Standards bei der Bewertung handle, sagte Stoltenberg: „Nein. Wir unterstreichen die Wichtigkeit der Einhaltung der Luftgrenzen einer jeden Nation.“ Man müsse jedoch begreifen, dass sich die Türkei aufgrund ihrer Nähe zum Epizentrum des Konfliktes in Syrien und im Irak, aber auch wegen der zunehmenden Präsenz Russlands in Syrien in einer „sehr besonderen Situation“ befinde.

    Mehr zum Thema: Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen

    Ende November wurde ein russischer Su-24-Frontbomber durch eine Luft-Luft-Rakete von einem türkischen F-16-Kampfjet über syrischem Staatsgebiet abgeschossen und stürzte in Syrien vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ab. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Abschuss als einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer von Terroristen“.

    Nach türkischen Angaben verletzte die russische Maschine den Luftraum der Türkei. Wie der Generalstab der russischen Streitkräfte erklärte, habe die angegriffene Maschine die türkische Grenze nicht überflogen. Dies bestätigen auch die Daten der syrischen Flugabwehr.

    Der nach dem Katapultieren am Fallschirm hängende Flugkommandant Oleg Peschkow wurde durch Terroristen auf von syrischen Turkmenen kontrolliertem Territorium erschossen. Der gerettete Pilot Konstantin Murachtin teilte Journalisten mit, dass der russische Jagdbomber den türkischen Luftraum nicht verletzt und keine Warnungen von türkischen Piloten bekommen habe.

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    Tags:
    Su-24, F-16, NATO, Oleg Peschkow, Alexis Tsipras, Jens Stoltenberg, Irak, Syrien, Türkei