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    Melonenkürbisse aus Türkei

    Russland veröffentlicht Sanktionsliste für türkische Waren

    © REUTERS / Sergei Karpukhin
    Politik
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    Der russische Premierminister Dmitri Medwedew hat ein Dekret unterzeichnet, das die wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Türkei konkretisiert. Das Dokument beinhaltet eine Sanktionsliste und wurde nun am Dienstag auf der Internetseite der Regierung veröffentlicht.

    Mit diesem Dekret führt Moskau Sanktionen gegen eine Reihe von türkischen Waren ein. Demnach ist vom 1. Januar 2016 an die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Rohstoffen und Nahrungsmitteln, darunter Hühnerfleisch, Tomaten, Erdbeeren, Apfelsinen, Aprikosen, Mandarinen, Äpfel, Birnen, Weintrauben, Nelken, Blumenkohl, Broccoli, Salz und Natriumchlorid verboten.

    Es wird betont, dass die Beschränkungen sich nicht auf Waren erstrecken, „die für den persönlichen Gebrauch in dem Umfang eingeführt werden, der durch das Recht der Eurasischen Wirtschaftsunion erlaubt ist.“

    Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets über Syrien durch die türkische Luftwaffe hatte Russlands Präsident Wladimir Putin eine Anweisung zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit und zu ökonomischen Maßnahmen gegenüber der Türkei unterzeichnet. Vorerst wurde die Einfuhr von Obst und Gemüse aus der Türkei nach Russland gestoppt. Ab 1. Januar 2016 wird die Visafreiheit für türkische Bürger, die nach Russland reisen wollen, aufgehoben.

    Am Vorabend teilte der erste Vizepremier Igor Schuwalow mit, dass der Verkauf von Reisen in die Türkei ab sofort eingestellt wird. Charterflüge in dieses Land wurden ebenfalls verboten.

    Am 24. November wurde ein russischer Frontbomber vom Typ Su-24 von einem türkischen F-16-Kampfjet mit einer Luft-Luft-Rakete über syrischem Gebiet abgeschossen und stürzte in Syrien vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ab. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Abschuss als einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer von Terroristen“.

    Nach türkischen Angaben verletzte die russische Maschine den Luftraum der Türkei. Wie der Generalstab der russischen Streitkräfte erklärte, hat die angegriffene Maschine die türkische Grenze nicht überflogen. Dies bestätigen auch die Daten der syrischen Flugabwehr. Washington habe ebenfalls Grund zu glauben, der russische Jet sei über Syrien abgeschossen worden, so Reuters unter Berufung auf eine Quelle aus der US-Präsidialverwaltung. Das Pentagon hat diese Information bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

    Der nach dem Katapultieren am Fallschirm hängende Flugkommandant Oleg Peschkow wurde durch Terroristen auf von syrischen Turkmenen kontrolliertem Territorium erschossen. Der gerettete Pilot Konstantin Murachtin teilte Journalisten mit, dass der russische Jagdbomber den türkischen Raum nicht verletzt und keine Warnungen von türkischen Piloten bekommen habe.

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    Tags:
    SU-24, Sanktionen, Türkei, Russland