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    Kreml zu Unterschied zwischen Russland-Sanktionen und Strafmaßnahmen gegen Türkei

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    Laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gibt es einen Unterschied zwischen den von Russland gegen die Türkei eingeführten Maßnahmen und den Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängt hat.

    „In vielerlei Hinsicht hängen diese Maßnahmen – wie schon mehrmals betont wurde – mit der wachsenden Terrorbedrohung zusammen. Sie haben eine vorbeugende Aufgabe vor dem Hintergrund dieser terroristischen Bedrohung. Und somit unterscheiden sie sich von den Sanktionen, die gegen Russland angewendet werden“, sagte Peskow zu Journalisten.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Türkei haben sich drastisch verschlechtert, als am 24. November ein russischer Frontbomber vom Typ Su-24 von einem türkischen F-16-Kampfjet mit einer Luft-Luft-Rakete über syrischem Gebiet abgeschossen wurde. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte damals eine Anweisung „zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit und zu ökonomischen Maßnahmen“ gegenüber der Türkei unterzeichnet. Anfang Dezember unterschrieb schließlich auch der russische Premierminister Dmitri Medwedew ein Dekret, mit dem Moskau Sanktionen gegen eine Reihe von türkischen Waren einführt.

    Demnach ist vom 1. Januar 2016 an die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Rohstoffen und Nahrungsmitteln, darunter Hühnerfleisch, Tomaten, Erdbeeren, Apfelsinen, Aprikosen, Mandarinen, Äpfel, Birnen, Weintrauben, Nelken, Blumenkohl, Broccoli, Salz und Erzeugnisse aus Natriumchlorid verboten.

    Ab 1. Januar 2016 wird auch die Visafreiheit für türkische Bürger, die nach Russland reisen wollen, aufgehoben. Der Verkauf von Reisen in die Türkei aus Russland wurde bereits eingestellt, Charterflüge in dieses Land wurden ebenfalls verboten.

    Nach türkischen Angaben verletzte das russische Flugzeug den Luftraum der Türkei. Wie der Generalstab der russischen Streitkräfte erklärte, hat die angegriffene Maschine die türkische Grenze nicht überflogen. Dies bestätigen auch die Daten der syrischen Flugabwehr. Washington habe ebenfalls Grund zu glauben, der russische Jet sei über Syrien abgeschossen worden, so Reuters unter Berufung auf eine Quelle aus der US-Präsidialverwaltung. Das Pentagon hat diese Information bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

    Der nach dem Katapultieren am Fallschirm hängende Flugkommandant Oleg Peschkow wurde durch Terroristen auf von syrischen Turkmenen kontrolliertem Territorium erschossen. Der gerettete Pilot Konstantin Murachtin teilte Journalisten mit, dass der russische Jagdbomber den türkischen Raum nicht verletzt und keine Warnungen von türkischen Piloten bekommen hätte.

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