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10:32 15 Oktober 2019
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    Proteste in Montenegros Hauptstadt Podgorica, Oktober 2015Anti-NATO-Graffiti in Montenegro

    Nato-Beitritt: Opposition in Montenegro warnt vor Bündnis mit „historischem Feind“

    © REUTERS / Stevo Vasiljevic © Foto : Vasily Raksha
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    Die Nato hat Montenegro offiziell zum Beitritt eingeladen. Laut Oppositionspolitiker Andrija Mandic will die Regierung in Podgorica ohne das Volk über die Beitrittsofferte entscheiden, weil die meisten Montenegriner ein Bündnis mit den „historischen Gegnern“ ablehnen.

    Beim Volk von Montenegro sei das Beitrittsangebot der Nato nicht gerade auf Begeisterung gestoßen, sagte Mandic, Vorsitzender der montenegrinischen Partei NSD und einer der Führungsköpfe des Oppositionsbündnisses Demokratische Front, in einem Gespräch mit Sputniknews. Die Mehrheit der Montenegriner lehnt einen Nato-Beitritt ab, behauptet der 50-Jährige und beruft sich dabei auf Umfragen und eigene „Gespräche mit Menschen“. „Die Nato will Montenegro anschließen, um unser Territorium zu kontrollieren.“

    Nato-Beitritsofferte an Montenegro
    © Sputnik /
    Nato-Beitritsofferte an Montenegro

    Die jetzige Regierung von Montenegro ist für Mandic ein „Agentenring des Westens“. „Das Regime in Podgorica will eine Volksabstimmung um jeden Preis verhindern und das Parlament über den Nato-Beitritt entscheiden lassen.“ Gäbe es ein Referendum, würden die meisten mit Nein antworten. Laut Mandic ist die Mehrheit der Montenegriner für Neutralität ihres Landes und gegen eine Verbündung mit den „historischen Gegnern“.

    Seit Jahrhunderten sei Russland sei für Montenegro ein Verbündeter und Beschützer, aber nicht nur, so Mandic weiter. „Es gibt auch den Faktor Wirtschaft: Russische Unternehmen und Touristen haben in den vergangenen Jahren der montenegrinischen Staatskasse Milliarden von Dollar gebracht.“ Gäste aus Russland seien eine sehr wichtige Einnahmenquelle der montenegrinischen Urlaubsbranche. „Mit dem Nato-Beitritt versetzen wir dieser Einnahmenquelle einen kolossalen Schlag. Darüber hinaus werden wir Mitglied eines Angriffsblocks, der sich vor allem gegen Russland richtet.“

    „Wir wollen weder auf der Seite der historischen Gegner noch gegen die bewährten Verbündeten Russland und Serbien an zukünftigen Konflikten teilnehmen“, so Mandic. „Wir, die Opposition, setzen uns für ein faires Referendum ein.“ Wenn sich die Regierung weiter gegen ein Referendum stemmen sollte, drohe in Montenegro ein „Binnenkonflikt“.

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