23:01 14 November 2018
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    Putin für „einheitliche Faust“ im Anti-IS-Kampf - Experte Rahr: Einvernehmen tut Not

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    Auf „eine einheitliche Faust, eine mächtige antiterroristische Front“ hat Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner Jahresbotschaft am Donnerstag geschworen. Diese Front sei wichtig, gelinge aber erst, nachdem es Einverständnis und einen gemeinsamen Syrien-Plan gibt, kommentiert der Russland-Experte Alexander Rahr.

    Einverständnis über die Kampfziele sowie ein fester gemeinsamer Plan für die Zukunft Syriens und des Nahen Ostens sind die wichtigen Voraussetzungen für einen Erfolg der Anti-Terror-Koalition, sagt der Politologe gegenüber Sputniknews. Das sei erst möglich, wenn die politischen Wiedersprüche beseitigt werden. Rahr ist in dieser Hinsicht optimistisch: „Die Ziele Deutschlands, Frankreichs und Russlands haben sich sehr angenähert, beinahe in ein gemeinsames Ziel integriert, so dass man doch optimistisch sein kann, dass diese Anti-Terror-Koalition Erfolg wird.“

    Dass Deutschland die Franzosen unterstützt, habe politische Gründe, fügt Rahr hinzu: „Aus politischen Gründen hatte Deutschland keine andere Wahl als die Franzosen in dem Krieg gegen den Daesh zu unterstützen.“ Was der Experte jedoch mit Skepsis betrachtet, ist, dass die Deutschen praktisch in einen Krieg ziehen, ohne einen Plan zu haben.

    „Dieser Plan konnte doch gar nicht ausgearbeitet sein, weil vor drei oder vier Wochen niemand an eine solche Entwicklung gedacht hat. Bei solchen Planungen muss man vor allen Dingen eigene Soldaten schützen, überlegen, ob es eine Exit-Strategie gibt und was man überhaupt erreichen will. Man muss sich auf die Franzosen berufen — ohne das Vertrauen gibt es keine Strategie“, meint Rahr.

    Der Politologe legte Gewicht auf die Entscheidungen, die die Militärexperten, die Verantwortlichen treffen werden, und äußerte die Hoffnung, dass es keine Fehler geben werde. Ein wichtiger Schritt bei der Planung sei Alexander Rahr zufolge der Aufbau einer „wirklich gut funktionierenden gemeinsamen Anti-Terror-Koalition“.

    Dazu sollten natürlich sowie Russland als auch die USA gehören, wahrscheinlich auch die Türkei, „wenn die Türkei sich in diese Reihe wieder einschließen wird“, betont der Experte. „Auch müssen die Geheimdienste miteinander eng verkoppelt werden. Es muss das Vertrauen entstehen, das in den letzten zwei Jahren noch brüchig geworden ist, vor allem wegen der Verhältnisse zwischen Russland und dem Westen.“

    Deutschland könne sich dabei einer Kooperation nicht verweigern: „Wir haben praktisch einen dritten Weltkrieg  mit dem islamischen Extremismus. Deutschland kann sich der Kooperation mit den führenden Mächten nicht verweigern.“

    Zu Einverständnis zu kommen, gelte aktuell vor allem in den Türkei-Russland-Beziehungen, fährt Rahr fort. „Es steht fest, dass die russische Maschine durch einen provokativen Akt von Seiten der Türkei mutwillig abgeschossen wurde. Das darf nicht passieren in einer Anti-Terror-Koalition“, so Rahr. Für die Deeskalation der Lage seien zwei Dinge wichtig: Eine absolut klare und deutliche Entschuldigung der türkischen Seite an die russische Adresse und ein wichtiges Gespräch, um die Sachlage zu beraten und zu einer gemeinsamen Kriegsführung zurückzufinden. 

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    Die Botschaft des Präsidenten sei dieses Jahr sehr konkret und substanziell gewesen, fügt der Russland-Experte hinzu. Angesichts der gemeinsamen Herausforderung durch den Terrorismus gebe es 2015 auch eine Verbesserung in den EU-Russland-Beziehungen gegenüber dem Vorjahr. „Ich fand es auch wichtig, dass Russlands Präsident konkrete Aussagen auch zur Wirtschaftslage Russlands und den notwendigen Reformen gemacht hat“, sagt Rahr.

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