18:17 04 Juli 2020
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    Die illegale Kooperation zwischen Ankara und der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) ist wesentlich vielfältiger, als bislang bekannt, berichtet die österreichische Online-Zeitung Die Presse.

    Dem Artikelautor Martin Gehlen zufolge kontrollierten Daesh-Kämpfer bereits einen fast 100 Kilometer langen Streifen der syrisch-türkischen Grenze zwischen Dscharabulus und Kilis, über den der Schmuggel mit Erdöl, Waffen und Antiquitäten erfolge. Über diese unter Kontrolle von Terroristen stehenden Gebiete würden zudem Daesh-Rekruten in die Türkei und zurück geschleust.

    Obwohl sich Ankara formal der von den USA angeführten Koalition gegen den Daesh angeschlossen habe, würde die türkische Luftwaffe fast ausschließlich Angriffe auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans und der kurdischen Miliz YPG in Syrien und im Irak fliegen. Damit attackiere die Türkei jedoch ausgerechnet diejenigen Einheiten, die als einzige Bodenkraft in der Region gegen Daesh kämpfen kann.

    Schmuggelrouten: So fließt syrisches Öl in die Türkei
    © Foto : Russian Defense Ministry
    Schmuggelrouten: So fließt syrisches Öl in die Türkei

    Der russische Präsident Wladimir Putin habe der Online-Zeitung zufolge erst Licht in den Ölschmuggel zwischen der Türkei und Daesh gebracht.

    „In Hunderten von Tankwagen gelangt das schwarze Gold des IS zunächst nach Zakho ins irakische Kurdistan, wo die heiße Ware versteigert und mit offiziellen Papieren versehen wird“, so Die Presse. Danach übernehmen türkische Spediteure die Fracht und bringen sie zu Hafenterminals in der Türkei.

    Vernichtung von IS-Tankwagen durch russische Luftwaffe
    © Foto : Ministry of defence of the Russian Federation
    Obwohl Daesh-Kämpfer das Erdöl weit unter Selbstkostenpreis verkaufen würden, habe ihnen das illegale Geschäft nach Einschätzung des US-Finanzministeriums seit Anfang 2015 bereits etwa 500 Millionen Dollar gebracht.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte nach dem Abschuss des russischen Kampfjets Su-24 darauf aufmerksam gemacht, dass sich der Vorfall infolge gezielter und effektiver russischer Luftangriffe sowohl auf mit Öl beladene Tankwagen als auch auf Ölfelder des Daesh ereignet habe.

    Am 1. Dezember hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Bereitschaft bekundet, zurückzutreten, sollten Ankaras Ölgeschäfte mit der Terrormiliz Daesh nachgewiesen werden.

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    Tags:
    Ölschmuggel, Anti-Terror-Kampf, Koalition, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Türkei, Syrien