13:42 15 November 2018
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    Gemälde, das Russlands Präsident Wladimir Putin in Gestalt des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima zeigt. Putin-Universe-Ausstellung in Moskau im Oktober 2015.

    Medien: Putins wichtigste „Regel“ aus Jugendzeiten hilft ihm im Anti-IS-Kampf

    © AFP 2018 / Natalia Kolesnikova
    Politik
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    Die „Regel“ des russischen Präsidenten, „als Erster zu schlagen, wenn der Kampf unvermeidlich ist“, macht ihn in den Augen von Baschar al-Assad zu einem zuverlässigen Verbündeten und fördert den Dialog mit den Oppositionskräften in Syrien, schreibt die italienische Tageszeitung „Il Giornale“.

    Seine Faustregel habe sich Putin, so das Blatt, noch als Kind auf den Straßen Leningrads zugelegt.

    Obwohl in Russland Vertreter verschiedener Religionen, darunter Muslime, leben, verstehe es der russische Präsident sehr gut, ein Gleichgewicht beizubehalten, das Religionskonflikte im Land ausschließe.

    „So ist Putin eben: Einerseits kämpft er gegen die IS-Terroristen und lässt zur selben Zeit Europas größte Moschee eröffnen. In einer seiner Reden hob Putin den Unterschied zwischen dem moderaten Islam und dem Terrorismus hervor und verwies darauf, dass der IS die islamische Religion mit einer Ideologie kompromittiere, die auf Lügen basiere“, so die Zeitung weiter.

    Der russische Präsident verehrt laut „Il Giornale“ die historischen Traditionen, bei denen die christliche Religion im „Herzen eines Russen“ den zentralen Platz einnahm, daher unterstütze er die Russisch-orthodoxe Kirche. „Die Union von Putin und Papst Franziskus ist nicht zu unterschätzen: Sie haben sich ja zweimal getroffen und damit für großes Bedenken bei Obama gesorgt.“ Im Kampf gegen den Dschihadismus gehe Putin sehr entschlossen vor.

    Im Laufe von zwei Monaten haben russische Flugzeuge IS-Stellungen in Syrien vernichtet. Der Militäreinsatz wurde mit der syrischen Regierung abgestimmt und war daher völkerrechtlich gesehen legitim. In dieser kurzen Zeit haben sich die Handlungen Russlands effizienter erwiesen als die der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Koalition.

    „Mit seinem Zug auf dem Schachbrett Syriens hat Putin den Westen irritiert und Russland unvermeidlich erneut zu einem der wichtigsten Gesprächspartner der USA und Europas gemacht. Im Falle eines erfolgreichen Kampfes gegen den IS könnte der russische Staatschef wohl mit einer Aufhebung der absurden Sanktionen des Westens rechnen. Mit seinem weitsichtigen Zug gelang es Putin, ob man es will oder nicht, Russland den Ruf einer Großmacht zurückzubringen“, schließt der italienische Beobachter.

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    Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Russland, USA, Syrien