12:33 21 November 2018
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    Flugdatenschreiber des russischen Jagdbombers Su-24

    Su-24-Abschuss: Putin lädt Briten zu Auswertung der Blackbox ein

    © Sputnik / Mikhail Klimentyev
    Politik
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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Präsident Wladimir Putin hat dem britischen Premierminister David Cameron in einem Telefongespräch angeboten, Spezialisten zur Auswertung des Flugdatenschreibers des durch ein türkisches Jagdflugzeug abgeschossenen russischen Jagdbombers Su-24 nach Moskau zu schicken, teilte der Pressedienst des Kremls am Mittwoch mit.

    Darüber hinaus haben Putin und der britische Premier laut dem Pressedienst in dem von Cameron initiierten Gespräch den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Russland und Großbritannien im Nahen Osten besprochen.

    Der russische Kampfjet Su-24 hatte Stellungen der Terrormiliz Daesh (Islamischer Staat) bombardiert, als er am 24. November von der Türkei abgeschossen wurde. Zwei Wochen nach dem Abschuss ist der Flugdatenschreiber des Jagdbombers nach Moskau gebracht worden. Am Vorabend zeigte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu das Gerät Präsident Putin persönlich.

    „David Cameron hat sein Beileid im Zusammenhang mit der Zerstörung des russischen Militärflugzeugs in Syrien ausgesprochen. Wladimir Putin hat seinerseits britische Spezialisten dazu eingeladen, an der Datenauswertung der Blackbox der abgeschossenen Su-24 teilzunehmen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

    Außerdem haben Putin und Cameron Fragen zur Sicherheit im Nahen Osten im Rahmen der Konfliktlösung in Syrien besprochen.

    „Es wurde erwähnt, dass Russland und Großbritannien  ähnliche Herangehensweisen hinsichtlich  der Bedrohung seitens des IS (oder Daesh) und anderer Terrorgruppierungen, die in dieser Region agieren, vertreten. In diesem Zusammenhang wurden Fragen des Ausbaus der bilateralen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen staatlichen Strukturen besprochen“, heißt es weiter.

    Am 24. November hatte die türkische Luftwaffe einen russischen Jagdbomber abgeschossen, als dieser Stellungen der Terrororganisation Daesh (Islamischer Staat) in Nordsyrien bombardierte. Einer der Piloten kam dabei ums Leben. Nach türkischen Angaben verletzte der russische Bomber den Luftraum der Türkei. Moskau bestreitet das. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist der Jet ununterbrochen im syrischen Luftraum geflogen.

    Der überlebende Co-Pilot bestätigte, dass das Flugzeug die türkische Grenze nicht verletzt und dass die Türkei ohne Vorwarnung gefeuert hätte. Der Abschuss hat die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara schwer belastet. Russlands Präsident Wladimir Putin verhängte wirtschaftliche Sanktionen gegen die Türkei.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September auf Bitte der Regierung in Damaskus Angriffe gegen die Terrororganisationen Daesh  und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Russische Jets haben laut Angaben aus Moskau bereits mindestens 2.700 Ziele zerbombt und Hunderte Dschihadisten getötet.

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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Flugschreiber, Blackbox, Terrormiliz Daesh, Islamischer Staat, David Cameron, Wladimir Putin, Türkei, Syrien, Großbritannien, Russland