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    Proteste vor türkischer Botschaft in Moskau

    Medien: Türkei wird im Konflikt mit Russland den Kürzeren ziehen

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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Die Aussetzung der Verhandlungen zum Bau des Kernkraftwerks Akkuyu und der Turkish-Stream-Gaspipeline haben im Konflikt zwischen Moskau und Ankara wegen des Vorfalls mit dem russischen Su-24-Bomber eine weitere Weiche gestellt, schreibt Micah Halpern in„The New York Observer“.

    Die Türkei ist bereits auf der Suche nach einem neuen Partner für den AKW-Bau, jedoch stünden ihre Chancen hier eher schlecht, glaubt der Analytiker.

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    „Darin liegt der Kern des Problems und genau der Grund, warum die Türkei in einem Konflikt mit Russland nie siegen kann“, behauptet Halpern und verweist darauf, dass das Land völlig auf Energieimporte angewiesen ist.

    Die Spannung zwischen Moskau und Ankara lässt nicht nach. Nachdem Russland die Einfuhr von türkischen Obst und Gemüse gestoppt hat, muss die türkische Wirtschaft nun riesige Verluste hinnehmen. Außerdem haben die russischen Behörden den Verkauf von Pauschalreisen und Charterflügen in die Türkei verboten. Während die Russen sich andere Urlaubsziele suchen würden, könne Ankara kaum den Verlust von ca. 3,3 Millionen russischen Touristen verkraften, ist der Autor überzeugt.

    Außerdem muss die Türkei derzeit schleunigst eine Alternative für russische Gaslieferungen suchen, und da sei die Lage nicht minder schwer, so Halpern, denn Ankara habe sich ja nicht nur mit Russland, sondern auch mit Ägypten zerstritten, weil es seinerzeit die Muslimbrüder unterstützte. Auch von Saudi-Arabien habe die Türkei wegen zu harter Kritik an Riad kein Entgegenkommen zu erwarten, ganz zu schweigen von Israel, moniert der Analytiker. 

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    In dieser Situation rechne Ankara mit Unterstützung der EU und hoffe, dass die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik Wladimir Putins dem Land zugutekomme. Allerdings irre sich die Türkei in ihrer Einschätzung des westlichen Standpunktes: Nach dem Abschuss des russischen Su-24-Flugzeuges durch eine türkische F-16-Maschine denke der Westen nicht daran, diesen Vorfall Russland anzukreiden. Trotz des Bestrebens der Türkei, auf Moskau Druck auszuüben, sei es gerade Russland, das in diesem Konflikt einen realen Druck erzeugen könne, schließt der Autor.

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    Tags:
    Su-24, EU, Russland, Türkei