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    Terrororganisation Daesh (307)
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    Der Abgeordnete von der republikanischen Volkspartei Eren Erdem hat am 10. Dezember dem türkischen Parlament Beweise für die Lieferung des chemischen Kampfstoffes Sarin aus der Türkei nach Syrien vorgelegt.

    2013 habe die Staatsanwaltschaft des türkischen Adan, so der Politiker, ein Strafverfahren eingeleitet und mehr als zehn türkische Staatsbürger festnehmen lassen, die allerdings trotz der Beweise für ihre Beteiligung an den Giftgas-Lieferungen nach Syrien nach sieben Tagen wieder freigelassen worden seien.

    In einem Exklusivinterview für RT zeigte sich Erdem zuversichtlich, dass es in der Türkei und im Westen bekannt sei, wer als Drahtzieher hinter den Giftgas-Anschlägen von 2013 stehe, die fälschlicherweise der Regierung von Baschar al-Assad vorgeworfen würden. 

    „Die Bestandteile der Chemiewaffe wurden in die Türkei eingeführt und anschließend in die Lager der Gruppierung Islamischer Staat in Syrien weitergeleitet – damals waren es Mitglieder von al-Qaida im Irak. Wir haben Aufnahmen, die dies belegen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Untersuchung eingeleitet, und die Beteiligten wurden festgenommen. Allerdings wurden sie eine Woche später wieder freigelassen. Sie überquerten die türkisch-syrische Grenze und verschwanden“, so Erdem. 

    Den Aufnahmen von Telefongesprächen, die als Beweise dienten, seien Einzelheiten der Lieferungen zu entnehmen: Es gehe unter anderem um die Vorbereitung und die nötigen Bestandteile sowie darum, welche Fahrzeuge die Kämpfer an bestimmten Tagen nutzen würden u.a.m. Die Gespräche wurden laut Erdem vollständig aufgezeichnet. Trotzdem seien die Verdächtigten freigelassen worden.

    Der Abgeordnete ist überzeugt, dass der Giftgas-Anschlag auf einen Vorort von Damaskus im Jahr 2013 unmittelbar mit den Lieferungen zu tun hat: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass bei der Attacke die Bestandteile genutzt wurden, die über die Türkei nach Syrien kamen. Der Angriff wurde ja den Regierungskräften in die Schuhe geschoben, allerdings war die syrische Regierung laut manchen Angaben damals nicht im Besitz vom Giftstoff – diesen hatten aber die Aufständischen. Soviel ich verstehe, wurde das Verfahren geschlossen, um die Schuld den syrischen Behörden aufzubürden“, führte der türkische Politiker aus.

    „Die Lieferungen erfolgten über die Türkei, aber alle Materialien wurden in Europa gekauft. Die westlichen Quellen wissen bestens darum, wer der Drahtzieher des Giftgas-Angriffs in Syrien ist. Ihnen ist es bekannt, dass diese Menschen für al-Qaida arbeiten. Der Westen treibt da ein doppeltes Spiel“, gab Erdem zu bedenken.

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    Tags:
    Giftgas, Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Türkei, Syrien