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11:46 20 August 2019
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    In den von Daesh kontrollierten Gebieten des Irak und Syriens werden KIA-Neuwagen verkauft

    Sonderangebot: Neue KIA-Autos für IS-Kämpfer zum halben Preis

    © AFP 2019 / Paul J. Richards
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    In den von der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) kontrollierten Gebieten des Irak und Syriens werden KIA-Neuwagen verkauft, berichtet die britische Zeitung Financial Times. IS-Kämpfer dürften diese Autos sogar für den halben Preis kaufen.

    Statt 4.700 zahlen sie angeblich nur 2.350 US-Dollar, so FT.

    Es bleibt jedoch ungewiss, um welche konkreten KIA-Modelle es sich dabei handelt und wo genau die Wagen herkommen. Fest stehe, dass die Terrormiliz Daesh mit einem derartigen Handel, zusammen mit Beschlagnahme, Plünderung und der Erhebung von sogenannten religiösen Steuern „Zakat“ (eine Art Schutzgeld, das IS-Kämpfer von wohlhabenden Menschen in Höhe von 2,5 Prozent deren Einkommens erheben – d. Red.) mindestens genauso viel verdiene wie mit dem illegalen Öl-Handel, so die FT.

    Damit erweitere sich der Automarkt von Daesh um noch eine Automarke. Zuvor wurde von Medien berichtet, dass IS-Anhänger immer in ihren Propaganda-Videos oft Toyota-Trucks fahren würden. Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge bekomme die Terrormiliz diese Pick-Ups aus Australien.

    Kämpfer der Terrorgruppierung Islamischer Staat
    © AP Photo / albaraka_news, File
    Die Mehrheit der in Australien gestohlenen Pick-up-Trucks lande beim IS, sagte der australische Terrorismus-Experte Greg Barton. Allein in Sydney waren in den vergangenen Jahren 834 Wagen vom Typ Toyota Hilux verschwunden, die beim IS beliebt sind. Die Wagen würden in Containern über die Türkei nach Syrien geschmuggelt.

    Nach Angaben des russischen Außenministeriums seien diese Toyota-Autos zu Tausenden auch von den USA und Großbritannien geliefert worden.

    Neben Autos werden in den vom IS kontrollierten Gebieten des Irak und Syriens Computer, Waschmaschinen, Möbel, Kühlschränke und vieles mehr verkauft. „Das alles macht reine Gewinne (für den IS – d. Red.)“, so FT unter Berufung auf einen Shop-Betreiber, der in einem Dorf an der syrisch-irakischen Grenze arbeitet.

    „An der türkischen Grenze stehen jeden Tag bis zu 600 Lastkraftwagen, um Lebensmittel und Baustoffe nach Syrien zu bringen. Einige Fahrer und Verkäufer haben (gegenüber der FT – d. Red.) erzählt, die meisten Waren würden die vom IS kontrollierten Gebiete durchfahren“, berichtet Financial Times.

    „Derzeit werden neunzig Prozent von dem, was wir verkaufen, durch den IS kontrolliert“, zitiert die Zeitung einen der Händler.

    Der Zeitung zufolge könne „das syrische Erdöl als die gewinnbringendste Geldquelle der Terrorgruppe gelten, doch selbst wenn es den Flugzeugen der USA, Frankreichs, Russlands gelingen würde, die Förderanlagen des IS-Öls zu zerstören, werden lokale Einkünfte, wie ‚religiöse Steuern‘ helfen, die Wirtschaft des Daesh beizubehalten“.  

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    Tags:
    Ölschmuggel, KIA, Terrormiliz Daesh, Irak, Syrien