04:09 15 November 2019
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    Arktis – ein Territorium geopolitischer Interessen

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    Russland erschließt Arktis (171)
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    „Die Arktis im Fokus der heutigen Geopolitik“ – russische und westliche Arktis-Experten haben eine Studie zu diesem Thema ausgearbeitet. Der Hauptakzent gilt den Unterschieden in der Herangehensweise Russlands und der USA an die Erschließung der Schelfgebiete der Arktis.

    Die Arktis sei heute eine der Hauptregionen, ihre Erschließung komme in Kompliziertheit und Bedeutung der Eroberung des Weltraums gleich, meinen die Experten. Sie ist eine wichtige Transportarterie und ein Objekt für Kapitalinvestitionen. Gerade diese beiden Bedingungen sind der Kern aller heutigen Konflikte: von den bunten Revolutionen bis hin zur Situation in Syrien.

    Der Nördliche Seeweg kann sich in eine Handelsmagistrale von weltweiter Bedeutung verwandeln. „Er kann die eurasische Einheit von Frankreich bis China ökonomisch gesehen viel effektiver als die transatlantische Zusammenarbeit Europas mit den USA machen“, sagte der Generaldirektor des Instituts für Regionalprobleme, Dmitri Shurawljow. Das Zusammenwirken Russlands und Chinas wird enger werden, und das sei, wie ein amerikanischer Politikwissenschaftler sagte, „ein Alptraum Amerikas.“

    Es ist kaum erstaunlich, dass die Arktis aus der Sicht der USA eine Schlüsselzone des Wettstreits zwischen Russland und den USA geworden ist. Amerikanische Analytiker meinen, die Neue Welt verliere in diesem Wettstreit. Nach Worten des Senators von Alaska, Dan Sullivan, spielt Russland in der Arktis schon lange Schach, wogegen die USA bei einem Kreuz-Null-Spiel stehengeblieben sind.

    Deshalb würden die Amerikaner jetzt aktiv die Erschließung der arktischen Territorien zur Sprache bringen. Doch wenn die USA sich vor allem auf die militärische Komponente konzentrieren, so hat sich Russland die wirtschaftliche und wissenschaftliche Erschließung seiner Polargebiete zur Aufgabe gesetzt. Die militärische Präsenz betrachtet es als eine Ergänzung hierzu, insbesondere hinsichtlich der Versorgung.

    Wie der Direktor des Instituts der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, Wladimir Lepjochin, sagte, „bestehen die Attraktivität der Arktis und ihre geopolitische Bedeutung nicht nur darin, dass dort Vorkommen von fossilen Brennstoffen und verschiedenster Metalle, darunter auch Edelmetalle, vorhanden sind“. Die Arktis sei seiner Meinung nach der Zugang auf die globalen Märkte, die auf anderen Routen für Russland geschlossen sein könnten.

    Die vier Millionen Quadratkilometer des russischen Arktis-Schelfs sind die perspektivreichsten für die Erschließung – hier sind fast alle Elemente des Periodensystems von Mendelejew vertreten. Seine Entwicklung ist unentwegt in Gange. Es werde der Cluster „Swesda“ (Stern) geschaffen – das sind 50 Bohrplattformen und 80 Tanker. Die Kapitalinvestitionen betragen 14,5 Milliarden Rubel.

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    Dan Sullivan, Russland, USA, Arktis