03:12 19 Juni 2019
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    Petro Poroschenko

    Opposition: Staatschef Poroschenko zieht sein Kapital aus Ukraine ab

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Politik
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    Entgegen seinen Wahlversprechen lehnt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den Verkauf seines Schoko-Imperiums ab. Jetzt bringt er nach Angaben der Opposition auch noch sein Kapital außer Landes. Ex-Präsidentenberater Andrej Portnow sieht Anzeichen dafür, dass der Staatschef sich damit eine Hintertür offen hält.

    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko
    © Foto : Pressedienst des ukraischen Präsidenten
    In einem Beitrag für die ukrainische Zeitung Obozrevatel behauptet Portnow, dass Präsident Poroschenko nicht an eine eigene Zukunft in der Ukraine glaube und deshalb sein Kapital ins Ausland abziehe. Als Beleg veröffentlichte der ehemalige Berater von Präsident Viktor Janukowitsch eingescannte Unterlagen, die vom ukrainischen Zollamt stammen sollen.

    Anhand der Unterlagen analysiert Portnow das Geschäft der Poroschenko gehörenden Brotfabrik im westukrainischen Winnyzja. Die Fabrik exportiere über Großbritannien in die Türkei. Sämtliche Finanztransaktionen würden über eine britische Offshore-Firma mit Sitz in der Steueroase Belize (Zentralafrika) abgewickelt, wo keine Steuern gezahlt werden müssen.

    Auch Poroschenkos Süßwarenkonzern Roshen betreibe seine Handelsaktivitäten in den Offshore-Finanzplätzen Belize und Panama (Zentralamerika), um keine Steuern in der Ukraine zu zahlen. Poroschenkos Unternehmensgruppe Ukrprominvest sei bereits nach Panama umgezogen.

    „An diesem Beispiel möchte ich ein weiteres Mal zeigen, dass Petro Poroschenko für sich keine langfristigen Zukunftspläne in der Ukraine baut (…), sein Geld im Ausland versteckt, Steuern hinterzieht und nur selektiv gegen die Oligarchen kämpft“, schreibt Portnow. Dass Präsident Poroschenko seine Finanzen aus der Ukraine in Steueroasen verlege, möge dafür sprechen, dass er nicht an einen Erfolg seiner Präsidentschaft glaube.

    Neben den erwähnten Firmen besitzt Poroschenko, seit Juni 2014 ukrainischer Präsident, Anteile an Banken, Versicherungsunternehmen und einer Werft sowie ist Eigner des TV-Senders 5. Kanal. Im ukrainischen Wahlkampf hatte der im Westen gern gesehene Milliardär versprochen, im Falle des Wahlsiegs seine Geschäfte zu verkaufen, lehnt das jetzt jedoch ab – mit der Begründung, bis jetzt keine Käufer gefunden zu haben.

    Nach Angaben des britischen Senders BBC sind Poroschenkos Einnahmen nach einem Jahr Präsidentschaft um das Siebenfache gewachsen. Im Wahlkampf hatte der damals 49-jährige Großunternehmer die Bekämpfung der „Oligarchen-Wirtschaft“ zu einem seiner Hauptziele erklärt.

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    Korporation Roshen, Petro Poroschenko, Ukraine