01:28 24 Juni 2018
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    Abschuss des russischen Su-24-Jets über Syrien

    „Schande und Verrat“? – Kurdenpartei verurteilt Position türkischer Regierung

    © REUTERS / Reuters TV/Haberturk TV
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    Die prokurdische Volksdemokratische Partei (HDP) verurteilt die jüngste Erklärung des türkischen Premiers Ahmet Davutoğlu bezüglich des Abschusses des russischen Su-24-Bombers.

    Der Co-Vorsitzende der Partei, Selahattin Demirtaş, hatte im Laufe seines Russland-Besuches am Mittwoch gesagt, die Türkei hätte den russischen Kampfjet nicht abschießen dürfen. Darauf bezeichnete der türkische Regierungschef diese Erklärung als „Schande und Verrat“.

    „Die Erklärung des türkischen Premiers über die diplomatischen Verhandlungen von Demirtaş und Mitgliedern der ihn begleiteten Delegation sowie die Verratsvorwürfe sind unannehmbar. Wir haben von Anfang an gesagt, dass der Abschuss der russischen Maschine ein Fehler war. Dies haben wir in Moskau erneut bekräftigt. Dennoch hat der Premier dies als eine neue Position dargelegt. Dies zeugt davon, dass die Regierungspartei die Anstrengungen der HDP, die auf Frieden und Stabilität abzielen, nicht akzeptiert. Bei den in Moskau durchgeführten Verhandlungen hat es keinen politischen Handel gegeben“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung von HDP-Vizechef Nazmi Gür, über die RIA Novosti verfügt. 

    Die Zuspitzung der Beziehungen zwischen der Türkei und Russland wegen der Syrien-Krise wirke sich negativ auf die beiden Völker aus, so das Dokument, in dem auch die Vorwürfe gegen die HDP bedauert werden, die versucht, nach Möglichkeiten für den Abbau der Spannungen zu suchen.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei spitzten sich nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeuges vom Typ Su-24 durch einen türkischen F-16-Kampfjet zu. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einem „Schlag in den Rücken seitens Helfershelfern der Terroristen“.

    Ankara zufolge verletzte die Su-24 den türkischen Luftraum. Wie der russische Generalstab jedoch betonte, hatte das russische Flugzeug die Grenze nicht verletzt, was durch Angaben der Flugabwehr bestätigt werde. Putin unterzeichnete nach dem Vorfall einen Erlass über Maßnahmen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit und spezielle Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei.

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    Abschuss, Su-24, F-16, Prokurdische Volksdemokratische Partei (HDP), Selahattin Demirtaş, Nazmi Gür, Ahmet Davutoğlu, Wladimir Putin, Türkei, Russland