03:02 15 November 2019
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    Kurdische Kämpfer in Diyarbakir

    Menschen fliehen vor Terror im Südosten der Türkei

    © AFP 2019 / Ilyas Akengin
    Politik
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    Im Südosten der Türkei dauern die Gefechte zwischen den Regierungskräften und den Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) an. Etwa 100.000 Menschen sind bereits gegen ihren Willen zu Flüchtlingen geworden.

    Wegen der andauernden Gefechte der türkischen Regierungskräfte mit den Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Südosten der Türkei haben sich etwa 100.000 Menschen auf die Flucht begeben, meldet die türkische Zeitung Hurriyet unter Bezug auf einen Bericht des türkischen Innenministeriums am Donnerstag.

    Die Behörden der Türkei haben eine Ausgangssperre in einer Reihe der von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes verhängt, darunter auch in dem Viertel Sur der Stadt Diyarbakir, in Djir und in Sinopie, Provinz Schirnak, aber auch in Nusaybin und Dargeçit, Provinz Mardin, wo die Straßenkämpfe zwischen den Regierungskräften und den Kämpfern andauern. An dem Antiterroreinsatz der Regierungskräfte nehmen 10.000 Militärangehörige und Polizisten teil. Sie säubern Wohnsiedlungen von den Mitgliedern der PKK, schütten Schützengräben zu und reißen Barrikaden ab, die von den Terroristen errichtet und vermint worden waren, um den Einzug von Panzerfahrzeugen in die Ortschaften zu verhindern. Auf den Straßen wird heftig gekämpft. In den letzten acht Tagen der Auseinandersetzungen sind 168 kurdische Kämpfer und vier Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.

    Laut der Meldung wohnen in dem umkämpften Gebiet dieser fünf türkischen Regionen insgesamt etwa 1.3 Millionen Menschen. Etwa 100.000 haben ihre Häuser verlassen, weil sie angesichts der laufenden Gefechte um ihr Leben bangten, aber auch infolge der 24-stündigen Ausgangssperre.

    Die Sicherheitskräfte haben acht der 13 höchst unsicheren Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, in denen die kurdischen Kämpfer versuchten, ihre autonomen Gebiete zu schaffen, die von der zentralen Regierung nicht kontrolliert werden. Berichtet wird auch, dass die Kämpfer den bewaffneten Konflikt auf die größeren Städte ausweiten wollen.

    Die Lage in der Türkei hatte sich am 20. Juli, nach dem Terroranschlag des IS in Surutsch an der syrischen Grenze, bei dem 33 kurdische Aktivisten starben, und nach dem Mord an Polizisten in den südöstlichen Provinzen rasch zugespitzt. Zu den Anschlägen hat sich die PKK bekannt. Mehr als 200 Polizisten, Militärangehörige und Zivilisten sind den kurdischen Kämpfern zum Opfer gefallen.

    Jagdflugzeuge der türkischen Luftwaffe fliegen seit dem 24. Juli Angriffe auf die Stellungen der PKK in den südöstlichen Provinzen im Norden des Iraks. In den letzten fünf Monaten haben die türkischen Sicherheitskräfte ca. 1.700 Terroristen getötet.

     

     

     

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    Terroranschläge, Türkei