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23:41 22 Oktober 2019
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    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Türkische Behörden blockieren Webseite des Autors von Erdogan-Karikaturen

    © REUTERS / Yasin Bulbul/Presidential Palace
    Politik
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    Der brasilianische Karrikaturist Carlos Latuff hat mit seinen Karikaturen des türkischen Präsidenten Recep Erdogan, die er auf seiner Webseite veröffentlichte, für den Unwillen der türkischen Behörden gesorgt, die schließlich beschlossen haben, die Seite des Karikaturisten für die türkischen Nutzer zu blockieren.

    Mit seinen Karikaturen wollte Latuff die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auf die Verbindungen der türkischen Führung mit den IS-Kämpfern lenken. In einem RT-Interview sagte er, dass er nie ein Geheimnis aus seiner Einstellung zu den Handlungen Ankaras gemacht habe und dies auch weiter nicht tun werde.

    Seit mehr als zehn Jahren hat sich Latuff den Stil eines sogenannten „künstlerischen Aktivisten“ zu eigen gemacht: Er fertigt Porträts von Spitzenpersönlichkeiten und bringt brisanteste Ereignisse in der Welt in Form von Satirezeichnungen aufs Papier. Für ihn gibt es keine heiklen Themen – in das Blickfeld des Künstlers rückten der Gaza-Krieg, der Aufstieg des Islamischen Staates, das Ebola-Fieber und das Unabhängigkeitsreferendum in Schottland.

    Auch Präsident Erdogan hat Latuff zum Helden seiner Karikaturen gewählt. Er ist bereits für seine kühnen Zeichnungen zum Thema der eventuellen Beziehungen der Türkei zum IS bekannt. Kein Wunder, dass Ankara auf seine Tätigkeit aufmerksam wurde. RT befragte den Künstler dazu.

    „Ich führe einen Blogg auf wordpress.com. Die Verwalter der Webseite haben mich über die Vorwürfe seitens der türkischen in Kenntnis gesetzt. In der Türkei sind Verbote von Webseiten eine gängige Praxis. Ich bin sogar froh, dass die türkische Regierung meine Karikaturen verboten hat. Denn das heißt, ich mache alles richtig“, so Latuff.

    Ankara ist wiederholt gegen soziale Netzwerke gerichtlich vorgegangen und hat Internetdienste wie Twitter und YouTube blockiert. In seiner Eigenschaft als Premierminister hatte Erdogan sogar versprochen, das türkische Mikroblog-Netz zu vernichten.

    In seinen Skizzen spottete Latuff über derartige Handlungen der türkischen Behörden. Sein Interesse für die Innen- und Außenpolitik der Türkei erklärt der Künstler wie folgt: „Als professioneller Karikaturist arbeite ich in einer Zeitung, wo ich bezahlt werde. Außerdem mache ich Zeichnungen, die meine eigenen Ansichten widerspiegeln. Die meisten Karikaturen über Erdogan und die Türkei habe ich für mich selbst gezeichnet – niemand hat mich dafür bezahlt. Ich brauche eben kein Honorar, um gegen eine solche Macht wie die Regierung Erdogans aufzutreten“, erklärt Latuff.

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